
Was ist das Széchenyi-Bad?
Das Széchenyi-Bad – ungarisch Széchenyi Gyógyfürdő – liegt im Stadtwäldchen (Városliget) im Stadtteil Pest. Der Komplex ist Bad, Kurzentrum und Freizeitpark zugleich: Es gibt mehrere Dutzend Becken, Saunen, Massagen und Behandlungsräume. Mit seiner leuchtend gelben Fassade, den Kuppeln und Säulen sieht das Gebäude eher wie ein Schloss als wie ein Schwimmbad aus. Zu den Wahrzeichen gehören die großen Außenbecken, in denen Gäste im Winter im Dampf sitzen, während rundherum Schnee liegt.
Das Bad gilt als Sinnbild der Budapester Badekultur und steht in einer Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Mehr zum Thema Bäder in der Hauptstadt bietet die Seite Heilbäder Budapest.
Wie entstand das Széchenyi-Bad?
Die Quelle, die das Bad speist, wurde im späten 19. Jahrhundert entdeckt. Der Bergbauingenieur Vilmos Zsigmondy bohrte in den 1870er Jahren im Stadtwäldchen mehr als tausend Meter tief und stieß auf Thermalwasser mit rund 74 Grad Celsius. Damit wuchs der Wunsch nach einem Bad an dieser Stelle. Nach den Plänen des Architekten Győző Czigler, die nach dessen Tod von seinen Kollegen weitergeführt wurden, entstand im Stil des Neobarock ein Bau, der 1913 eröffnet wurde.
Seinen Namen trägt das Bad erst seit 1927, als es nach dem Reformer István Széchenyi benannt wurde. Später wurde es mehrfach erweitert; die Hallen für die Innenbecken kamen im 20. Jahrhundert hinzu. Wenn Sie sich für die Baukunst dieser Epoche interessieren, lesen Sie die Seite Architektur.
Was steckt im Wasser?
Das Wasser stammt aus zwei Thermalquellen und enthält Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Hydrogenkarbonat sowie Fluorid. Es wird in der Medizin bei Gelenkbeschwerden, Arthrose, Rheuma und Durchblutungsstörungen eingesetzt. Die Temperaturen in den Becken liegen je nach Bereich zwischen etwa 18 und 40 Grad. Die Außenbecken sind meist die wärmsten, eines davon dient zum Schwimmen, ein anderes zum Entspannen mit Sprudeldüsen.
Ob das Wasser tatsächlich heilt, hängt vom Einzelfall ab. Wer medizinische Behandlungen sucht, sollte vorab einen Arzt fragen, denn bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Für alle anderen ist das Bad schlicht eine angenehme Auszeit.
Welche Becken und Bereiche gibt es?
Der Bereich im Freien umfasst drei große Becken: ein Schwimmbecken, ein Wellnessbecken mit Strömungen und Massagedüsen sowie ein heißes Becken. Im Inneren finden Sie ein Labyrinth aus kleineren Becken mit unterschiedlichen Temperaturen, dazu Dampfbäder, Saunen und Tauchbecken. Die Becken sind nummeriert und mit Temperaturangaben ausgeschildert, sodass Sie sich leicht orientieren.
Auffällig sind die Schachspieler im Wasser: Ältere Herren spielen mit schwimmenden Brettern im warmen Außenbecken und sind selbst ein beliebtes Motiv. Beobachten Sie respektvoll und fragen Sie, bevor Sie fotografieren. Auch die Atmosphäre der Hallen mit ihren gewölbten Decken und Mosaiken lohnt einen Blick.
Welche Regeln und Ausstattung sollte ich kennen?
Im Schwimmbereich im Freien ist eine Badekappe vorgeschrieben, in den Thermalbecken nicht. Bringen Sie Badebekleidung, Handtuch und Badeschuhe mit; vieles lässt sich leihen oder vor Ort kaufen. Für Wertsachen gibt es Schließfächer oder Kabinen; mit den üblichen Tickets mieten Sie eines dieser Angebote. Nehmen Sie möglichst wenig Wertvolles mit, das Armband am Handgelenk dient als Schlüssel.
Duschen Sie vor dem Baden, achten Sie auf die Hinweisschilder, und gehen Sie langsam ins heiße Wasser, besonders bei niedrigen Außentemperaturen. Trinken Sie ausreichend Wasser, denn die Wärme belastet den Kreislauf. Eintrittspreise und Optionen unterscheiden sich je nach Tag und Saison; die aktuellen Preise finden Sie beim Betreiber.
Wie läuft der Besuch Schritt für Schritt ab?
Am Eingang kaufen oder zeigen Sie Ihr Ticket und erhalten ein Armband, das als Schlüssel für Schließfach oder Kabine dient. Danach ziehen Sie sich um, duschen kurz und treten in die Becken. Wer sich orientieren will, beginnt mit den warmen Innenbecken und wechselt später ins Freie. Planen Sie zwei bis drei Stunden ein; viele Gäste bleiben länger.
Zum Schluss gibt es Möglichkeiten, sich aufzuwärmen und etwas zu essen, denn im Bad sind Imbissstände und Cafés angesiedelt. Nehmen Sie sich nach dem Baden Zeit zum Ausruhen; die Wärme macht viele müde. Ein Besuch am Abend ist daher oft sinnvoller als vor einem straffen Besichtigungsprogramm. Wer zum ersten Mal kommt, sollte sich Zeit für die Orientierung nehmen: Die Gänge zwischen den Umkleiden und den Becken sind verwinkelt, und das Personal hilft gern weiter. Verabreden Sie in der Gruppe einen festen Treffpunkt, damit sich niemand im Labyrinth der Hallen verliert, und merken Sie sich die Nummer Ihres Schließfachs.
Was ist eine Sparty?
In bestimmten Sommer- und Wintermonaten verwandelt sich das Bad abends in eine Partylandschaft: Bei den „Sparties“ sorgen DJs, Lichter und Show-Elemente für eine ausgelassene Stimmung. Sie richten sich an ein junges, feierfreudiges Publikum, sind ein beliebtes Event für Städtereisen und können je nach Termin sehr voll werden. Wer ein ruhiges Bad sucht, meidet diese Termine.
Die genauen Termine, Ticketregeln und Altersbeschränkungen ändern sich; erkundigen Sie sich beim Anbieter. Wenn Sie Wert auf Entspannung legen, wählen Sie lieber einen normalen Tag.
Was gehört in die Badetasche?
Zur Grundausstattung zählen Badehose oder Badeanzug, ein großes Handtuch, Badeschuhe, eine Wasserflasche und ein kleines Beutelchen für nasse Kleidung. Im Winter empfiehlt sich ein zusätzlicher Bademantel oder ein warmer Pullover, damit Sie auf dem Weg zwischen Innen- und Außenbecken nicht frieren. Haarbänder, Duschgel und ein Ersatz-T-Shirt sind praktisch, wenn Sie danach noch in die Stadt möchten.
Verzichten Sie auf Schmuck und teure Uhren; Chlor ist hier selten, doch die Mineralien im Wasser können empfindliche Oberflächen angreifen. Das Smartphone kann in einer wasserdichten Hülle mit ins Bad, doch bitten Sie Mitbadende nicht ungefragt zu fotografieren.
Wie kaufe ich Tickets und spare Geld?
Eintrittskarten gibt es an der Kasse und im Internet. Online-Tickets sind meist etwas günstiger und ersparen Wartezeit. Die Preise hängen von Wochentag, Saison und gewählter Option ab: Es gibt Karten mit Schließfach, mit Kabine oder mit zusätzlichen Leistungen wie Massagen. Im Preis ist meist nur das Baden enthalten, Handtücher und Bademäntel kosten oft extra. Aktuelle Angaben prüfen Sie ausschließlich beim Betreiber, denn sie ändern sich.
Wer sparen möchte, wählt die einfachere Variante mit Schließfach statt Kabine und kommt außerhalb der Stoßzeiten. Ein kombinierter Stadtpass der Hauptstadt kann sich lohnen, wenn Sie ohnehin viele Sehenswürdigkeiten besuchen; vergleichen Sie vorab die Konditionen.
Was gibt es rund um das Bad zu sehen?
Das Stadtwäldchen ist die größte Grünanlage der Innenstadt. Direkt neben dem Bad liegt der Tiergarten, daneben die romantische Burg Vajdahunyad, eine Nachbildung historischer Bauwerke aus ganz Ungarn, die zur Tausendjahrfeier 1896 entstand. Am Ende der Prachtstraße steht der Heldenplatz mit dem Millenniumsdenkmal. Im Winter wird ein Teil des Sees zur Eisbahn.
Wer nach dem Bad noch etwas unternehmen möchte, spaziert durch den Park oder fährt mit der Metro zurück ins Zentrum und besucht das Parlament. Ein Besuch des Bades lässt sich damit gut zu einem Tagesprogramm erweitern. Mehr zur Hauptstadt gibt die Seite Budapest.
Für wen ist das Bad geeignet und wer sollte vorsichtig sein?
Die Becken sind für gesunde Erwachsene und Jugendliche gedacht. Bei Bluthochdruck, Herzproblemen, Kreislaufschwäche, Schwangerschaft oder akuten Entzündungen sollten Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Meiden Sie Alkohol vor und während des Besuchs, steigen Sie langsam aus dem heißen Wasser, und legen Sie sich bei Schwindel hin. Wer Medikamente nimmt, die den Kreislauf beeinflussen, sollte besonders achtsam sein. Allgemeine Hinweise zur Gesundheit auf Reisen finden Sie auf der Seite Gesundheit.
Wie komme ich zum Széchenyi-Bad?
Das Bad liegt am Rand des Stadtwäldchens und ist mit der historischen Metrolinie M1 bequem zu erreichen. Die Station Széchenyi fürdő liegt unmittelbar am Bad. Die M1 ist die älteste Untergrundbahn des europäischen Festlands und führt vom Zentrum über die Prachtstraße Andrássy út zum Heldenplatz und weiter zum Bad. Eine Fahrt mit dem Zug oder Auto ist nicht nötig.
Wer in der Innenstadt wohnt, fährt in etwa einer Viertelstunde. Das Stadtwäldchen mit der Burg Vajdahunyad und dem Tiergarten lädt zu einem Spaziergang vor oder nach dem Bad ein.