Reise planen
Home › Szeged
Städte & Regionen

Szeged

Szeged an der Theiß ist die Stadt der Sonne, der Paprikaproduktion und der Freilichtspiele. Nach der großen Flut von 1879 wurde sie modern wiederaufgebaut, mit Ringboulevards, Jugendstilhäusern, Votivkirche und Neuer Synagoge. Hier erfahren Sie, was die Stadt bietet und was es mit dem Szegediner Gulasch auf sich hat.
Die backsteinroten Zwillingstürme der Votivkirche von Szeged hinter dem offenen Domplatz mit Arkaden unter blauem Sommerhimmel

Was ist Szeged?
Szeged liegt im Süden Ungarns an der Theiß, kurz vor der Grenze zu Serbien und Rumänien. Mit einer Universität, einem lebendigen Kulturleben und vielen Sonnenstunden ist sie die wichtigste Stadt der Südlichen Großen Tiefebene. Die Atmosphäre ist jung und gelassen, das Straßenbild wird von hellen Fassaden und breiten Boulevards geprägt.

Die Stadt trägt den Beinamen „Stadt der Sonne“, weil sie zu den sonnenreichsten Orten des Landes zählt. Wer ein Ziel jenseits der ausgetretenen Pfade sucht, ist hier richtig: Szeged verbindet Großstadtflair mit der Gelassenheit der Tiefebene, ohne dass Sie sich durch Touristenmassen kämpfen müssen. Die Innenstadt ist flach und gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten sind kurz, und die Preise liegen unter denen der Hauptstadt. Zum Gesamtbild gehört die Region; einen Überblick liefert die Seite Südliche Große Tiefebene.

Was geschah bei der Flut von 1879?
Im März 1879 durchbrach die Theiß die Deiche und überschwemmte Szeged fast vollständig. Der Großteil der Häuser wurde zerstört, Zehntausende Menschen verloren ihr Zuhause. Die Katastrophe bewegte ganz Europa; Hilfe kam aus vielen Ländern. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt völlig neu angelegt: Es entstanden eine Ringstraße mit Boulevards, höhere Häuser und ein Deichsystem.

Die Boulevards tragen bis heute die Namen von Städten, die geholfen hatten, darunter Wien, Berlin, Paris, London und Rom. So blieb die Katastrophe im Stadtbild gegenwärtig. Mehr zum historischen Rahmen finden Sie auf der Seite 16. bis 19. Jahrhundert.

Die Maros mündet bei Szeged in die Theiß; ihre Auen schützt der Körös-Maros-Nationalpark.

Nördlich von Szeged liegt am Theißufer der Nationale Gedenkpark Ópusztaszer mit dem Feszty-Rundgemälde und der Klosterruine Szer.

Was ist die Votivkirche?
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Votivkirche am Domplatz, offiziell Votivkirche und Dom zum Gelübde. Sie wurde als Dank für die Rettung der Stadt nach der Flut geplant, der Bau begann 1913 und zog sich bis 1930 hin. Die backsteinroten Zwillingstürme prägen die Skyline. Im Inneren beeindrucken Fresken, Mosaike und eine große Orgel mit Tausenden Pfeifen, die bei Konzerten erklingt. Die Kirche ist ein Ort der Stille mitten im Zentrum, und die Türme prägen schon von weitem das Bild der Stadt.

Auf dem Domplatz finden im Sommer die berühmten Freilichtspiele statt, bei denen die Kirche als Kulisse dient. Der Platz ist von Arkaden umgeben, in denen Statuen berühmter Ungarn stehen.

Was sind die Szegediner Freilichtspiele?
Seit 1931 finden in Szeged die Freilichtspiele statt, ein Festival mit Oper, Operette, Musical und Ballett unter freiem Himmel. Sie gehören zu den größten Sommerfestivals des Landes und ziehen jährlich viele Besucher an. Die Aufführungen beginnen am Abend, wenn die Hitze nachlässt.

Das Programm wechselt jedes Jahr. Eintrittskarten sollten Sie früh buchen, besonders für die Hauptproduktionen. Nehmen Sie eine Jacke mit, denn nach Sonnenuntergang kann es kühl werden.

Geheimtipp – Kombinieren Sie Freilichtspiele mit einem Abendessen am Theißufer. Dort haben mehrere Lokale Terrassen mit Blick auf den Fluss, und Sie sitzen mit Blick auf die Abenddämmerung.

Was ist der Reök-Palast?
Der Reök-Palast am Aradi-vértanúk-tér ist ein Jugendstilgebäude, das Anfang des 20. Jahrhunderts für die Familie Reök entstand. Seine Fassade ist mit floralen Ornamenten, Glaselementen und Keramik verziert und zählt zu den schönsten der Stadt. Heute dient das Haus als Ausstellungsort.

In Szeged stehen viele Jugendstilhäuser, die nach der Flut gebaut wurden. Mehr zu Architektur lesen Sie auf der Seite Architektur.

Was zeichnet die Neue Synagoge aus?
Die Neue Synagoge wurde 1903 nach Plänen von Lipót Baumhorn eingeweiht und gilt als eine der schönsten Synagogen Europas. Ihr Inneres leuchtet in Blau und Gold unter einer Kuppel mit Sternenhimmel. Besucher können sie zu bestimmten Zeiten besichtigen; achten Sie auf angemessene Kleidung.

Die jüdische Gemeinde der Stadt wurde im 20. Jahrhundert stark dezimiert. Die Synagoge erinnert daran; Hintergründe lesen Sie auf der Seite 20. Jahrhundert.

Warum ist Szeged die Paprikastadt?
Szeged und die Umgebung sind das Zentrum des ungarischen Paprikaanbaus. Der Paprika wird getrocknet und zu Pulver gemahlen, das als Gewürz weltberühmt ist. Der Wissenschaftler Albert Szent-Györgyi, der an der Universität Szeged forschte, isolierte aus Paprika das Vitamin C und erhielt dafür 1937 den Nobelpreis.

Im Herbst ist Erntezeit, dann hängen Paprikagirlanden an den Häusern. In der Stadt gibt es ein Museum zu Paprika und Salami. Paprikapulver ist ein beliebtes Mitbringsel.

Was esse ich in Szeged?
Die Küche der Stadt ist von Paprika und Fisch geprägt. Die berühmte Szegediner Fischsuppe wird mit Karpfen, Wels und viel Paprika gekocht und ist scharf; Hintergrund und Rezept finden Sie auf der Seite Halászlé. Beliebt sind auch Paprikás krumpli und deftige Gulaschgerichte, zu denen die klassische Gulaschsuppe gehört. Dazu trinkt man Wein aus der Region oder einen Fröccs. Probieren Sie auch die Szegediner Salami, die in der Stadt seit dem 19. Jahrhundert hergestellt wird und als Delikatesse gilt. In vielen Lokalen sitzen Sie im Sommer im Freien, oft mit Blick auf Platz oder Fluss, und die Portionen sind üppig, sodass sich Teilen empfiehlt.

Was ist Szegediner Gulasch?
Das Szegediner Gulasch ist ein Gericht aus Schweinefleisch und Sauerkraut mit Paprika und Sauerrahm. Anders als der Name vermuten lässt, hat es mit Szeged wenig zu tun: Der ungarische Name székelygulyás geht der gängigen Erklärung nach auf den Schriftsteller József Székely zurück, im Deutschen wurde daraus Szegediner. In Szeged selbst isst man eher Fischsuppe; wer ein Rezept ausprobieren will, erhält im Land mehrere Varianten des Gulaschs, die sich in Fleischsorte und Beilage unterscheiden. Auf der Speisekarte ungarischer Lokale heißt das Gericht meist Székely-Gulasch.

Was lohnt beim Spaziergang durch die Innenstadt?
Der Széchenyi tér ist der größte Platz der Innenstadt, ein Park mit Bäumen, Denkmälern und Bänken, umgeben von Prachtbauten. Dort steht das Rathaus, ein gelbes Gebäude mit Türmchen, das nach der Flut errichtet wurde und über eine Brücke zwischen zwei Gebäudeteilen verfügt, die an die Seufzerbrücke in Venedig erinnert. Daneben zeigen die Fußgängerzone Kárász utca und die Plätze Klauzál tér und Dugonics tér Cafés, Eisdielen und Buchläden.

Die Ringboulevards laden zu Spaziergängen ein. Nehmen Sie sich Zeit für Hinterhöfe und Fassaden: Jugendstil und Eklektizismus prägen das Bild, und an vielen Häusern erzählen Tafeln vom Wiederaufbau nach der Flut. Besonders am frühen Abend, wenn das Licht warm auf die gelben und cremefarbenen Fassaden fällt, wirkt die Innenstadt einladend und gelassen. Wer lieber sitzt, findet in den Cafés der Innenstadt Kaffee und Torten. Eine Pause lohnt auch am Fluss.

Was bietet das Theißufer?
Die Theiß ist die Lebensader der Stadt. Am Ufer führen Promenaden entlang, auf denen Einheimische spazieren, joggen und Rad fahren. Im Sommer entstehen Strandbars, Bootsverleiher und Cafés. Bootsfahrten bieten eine ruhige Perspektive auf die Stadt. Im Juni sorgt die Theißblüte für ein besonderes Naturschauspiel: Millionen Eintagsfliegen steigen in einer Wolke über das Wasser, paaren sich und sterben innerhalb eines Tages.

Das Ufer ist besonders am Abend stimmungsvoll, wenn die Sonne im Wasser glitzert. Mückenschutz ist an Sommerabenden ratsam.

Warum wirkt Szeged so jung?
Die Universität Szeged ist eine der größten des Landes und prägt die Stadt. Tausende Studenten beleben Cafés, Kneipen und Plätze. Das Kulturleben ist vielfältig: Theater, Konzerte, Ausstellungen und Festivals reichen über das Jahr. Wer abends ausgehen möchte, findet rund um die Innenstadt Bars und Clubs mit studentischem Flair.

Welche Ausflüge sind möglich?
Etwa dreißig Kilometer nördlich liegt der Nationale Gedenkpark Ópusztaszer, der an die Ansiedlung der Ungarn erinnert. Dort zeigt ein riesiges Panoramagemälde die Ankunft der Magyaren. Das Freilichtmuseum bietet Häuser aus der Region. Der Wildpark in der Stadt eignet sich für Familien.

Wer Wellness mag, besucht eines der Thermalbäder in Szeged; sie bieten Erholung nach einem Tag auf den Beinen. Nach Süden erreichen Sie in kurzer Fahrt die Grenze nach Serbien.

Ist Szeged für Familien geeignet?
Ja. Parks, Spielplätze, Eisdielen, Wildpark und Uferpromenaden sind kinderfreundlich. Die Wege sind eben und für Räder und Kinderwagen geeignet. Im Sommer ist es heiß, planen Sie Pausen im Schatten ein und nehmen Sie Wasser mit.

Wie plane ich zwei Tage in Szeged?
Der erste Tag gehört der Innenstadt: Domplatz mit Votivkirche, Széchenyi tér, Rathaus, Reök-Palast und Neue Synagoge, am Abend ein Essen am Fluss. Am zweiten Tag besuchen Sie je nach Interesse Ópusztaszer, das Paprika- und Salamimuseum oder den Wildpark. Im Sommer schließen Sie den Tag mit einer Freilichtaufführung ab.

Wie komme ich nach Szeged?
Szeged ist von Budapest aus per Zug oder Bus erreichbar, die Fahrt dauert etwa zwei bis drei Stunden. Mit dem Auto fahren Sie über die Autobahn M5. In der Stadt gehen Sie zu Fuß, nutzen Straßenbahnen oder Fahrräder.

Wann ist die beste Zeit?
Sommer für Freilichtspiele, Herbst für Paprikaernte, Frühling für Wanderungen. Szeged zählt zu den sonnigsten Städten Ungarns, deshalb sind die Sommer lang, heiß und trocken, mit Temperaturen, die mittags zum Aufenthalt im Schatten zwingen. Die Abende sind dafür mild und lang, ideal für Freilichtspiele und Spaziergänge am Fluss. Der Herbst bringt Paprikaernte und Weinfeste, der Frühling frisches Grün und Blütenduft in den Parks, der Winter ist kalt, aber ruhig, mit weniger Besuchern und niedrigeren Preisen in Hotels. Im Juni schwärmt auf der Theiß die Theißblüte, eine Eintagsfliegenart. Mehr zum Klima steht auf der Seite Klima und beste Reisezeit.

Häufige Fragen zu Szeged