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Keszthely

Keszthely liegt am westlichen Ende des Plattensees und ist vor allem für das Festetics-Schloss bekannt, das zweihundert Jahre Sitz der Grafen und Fürsten Festetics war. Dazu kommen das Balaton-Museum, die erste Landwirtschaftsschule Europas, der Helikon-Park und das historische Inselbad. Der Ort eignet sich als kulturelles Ziel am See.
Das Festetics-Schloss in Keszthely mit gepflegtem Park und Wasserbecken im goldenen Herbstlicht, ohne Menschen

Was macht Keszthely am Plattensee besonders?
Keszthely ist die Stadt am westlichen Ende des Plattensees und verbindet Schloss, Museen, Parkanlagen und Ufer auf kleinem Raum. Die Stadt bewirbt sich mit Programmen für Schloss, Museen, Strände, Gastronomie und Aktivurlaub; als einzige ungarische Stadt ist Keszthely dem Europäischen Netzwerk der Seenorte im ländlichen Raum beigetreten. Im Zentrum steht das Festetics-Schloss, an der Seeseite liegen der Helikon-Park und das Inselbad.

Als Kulturziel ergänzt Keszthely die Badeorte am See gut. Einen Überblick über die Region bietet die Seite Plattensee; wer Baden und Nachtleben sucht, kombiniert mit Siófok, wer Thermalwasser sucht, mit Hévíz. Auch die Halbinsel Tihany lässt sich gut ergänzen.

Wie sieht das Festetics-Schloss aus?
Das Festetics-Schloss, ungarisch heute Helikon Kastély, war ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zweihundert Jahre lang Heimat einer der bedeutendsten Grafen- und später Fürstenfamilien Ungarns. Die Familie baute das Schloss Generation um Generation im barocken, neobarocken und Rokokostil um und erweiterte es. Anders als die meisten ungarischen Schlösser blieb es im Zweiten Weltkrieg zum Teil unversehrt. Nach dem Abzug der Familie im September 1944 wurde ein Teil der Sammlung geplündert, doch die Originalmöbel, die heute zu sehen sind, wurden gerettet. Das Museum wurde 1974 als Helikon-Schlossmuseum gegründet; seit 2012 heißt es offiziell Helikon Kastély.

Fünf Gebäude mit sechs Dauerausstellungen gehören zum Schloss. Das Hauptstück ist die Ausstellung „Adelige Lebensform und Helikon-Bibliothek“ mit der einzigen erhaltenen adeligen Privatbibliothek Ungarns, die mehr als 80.000 Bände zählt. Dazu kommen die Kutschenausstellung im ehemaligen Wagenhaus (seit 2002, über 50 Kutschen, Schlitten und Reitzubehör), die Jagdausstellung (seit 2008) und die historische Modelleisenbahn, eine der größten Europas. Die Ausstellung „Adelige Reisen“ im Besucherzentrum Amazon-Haus zeigt seit 2016 die Reisekultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Geheimtipp – Planen Sie den Schlossbesuch am Vormittag und die Parkrunde am Nachmittag: Der Park ist ein Naturschutzgebiet und wurde zuletzt wieder in die Form der 1880er Jahre zurückgeführt; im Spätherbst gibt es zusätzlich einen Lichtpark am Schloss.

Was bietet der Schlosspark?
Der Park des Schlosses ist ein Naturschutzgebiet. Nach der abgeschlossenen Rekonstruktion zeigt er sich wieder so, wie ihn der englische Gartengestalter Henry Ernest Milner in den 1880er Jahren entworfen hat, mit erneuertem See, Löwenbrunnen, Springbrunnen und dem Kammergarten der Fürstin. Das Palmenhaus wurde in den 1880er Jahren errichtet und erinnert seit 2012 an die Orangerien des Adels; Felsgarten, Aquarium, Gartenteich und ein Vogelpark umgeben es.

Zeitweise gibt es besondere Programme: Vom 23. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 läuft im Schloss der „Festetics Fénypark“, bei dem das Schloss im Licht erstrahlt. Lesen Sie zum Aufbau ungarischer Adelsgeschichte auch die Seite 16. bis 19. Jahrhundert.

Was war das Georgikon?
Das Georgikon gründete Graf György Festetics 1797 in Keszthely; es war die erste eigenständige agrarische Hochschule Europas. Die Schule weihte Palatin Joseph 1801 feierlich ein und pflügte dabei selbst ein Stück Land, was die erste Georgikon-Medaille festhält. Das Gut mit zwei Hektar diente der praktischen Ausbildung, heute zeigen die früheren Gebäude Ausstellungen: Im Speicher geht es um das Leben der Dienstboten, den Weinbau der Region und die Agrarschulbildung, im früheren Pferdestall um Tierhaltung, außerdem sind Werkstätten von Böttcher, Schmied und Wagner zu sehen.

Zum Gutshof gehört seit 2013 eine 1,5 Hektar große Erlebnislandwirtschaft mit Streichelzoo, Spielscheune, Pflanzenschau und Grillplatz. Das Georgikon ist ein Außenstandort des Ungarischen Landwirtschaftsmuseums, dessen Sitz Sie auf der Seite Heldenplatz und Stadtwäldchen kennenlernen.

Was zeigt das Balaton-Museum?
Das Balaton-Museum in der Múzeum utca 2 beherbergt die umfassendste Balaton-Sammlung. Es hat nach eigenen Angaben rund 380.000 Objekte, mehr als ein Dutzend Dauerausstellungen und viele Sonderschauen. Es erzählt die Entstehung und Geschichte des Sees und die Entwicklung des Tourismus am Ufer. Das Museum hat bis auf eine Pause im Januar das ganze Jahr geöffnet, bietet Führungen an und ist kindgerecht und interaktiv gestaltet. Der Weg vom Hauptplatz oder vom Ufer dauert etwa zehn Minuten, rund um das Museum kann man kostenlos parken.

Im Online-Fotoarchiv des Museums finden sich mehr als 50.000 Aufnahmen, die ältesten aus den 1880er Jahren, darunter Porträts der Familie Festetics.

Was ist die Pfarrkirche am Hauptplatz?
Die gotische Pfarrkirche „Unserer Lieben Frau der Ungarn“ am Fő tér ließ Palatin István Laczkfy 1386 mit einem Kloster bauen, das er den Franziskanern schenkte. Die Mauern bestehen aus Steinquadern des römischen Kastells von Fenékpuszta. Laczkfy fiel in Ungnade und wurde am 27. Februar 1397 in Kőrösudvarhely auf Befehl König Sigismunds enthauptet; sein Leichnam kam nach Keszthely, wo er in seiner Kirche beigesetzt wurde. Den Grabstein setzte man 1896 in die Südwand des Chors, wo er noch heute zu sehen ist.

Die Stadt führt unter ihren Sehenswürdigkeiten außerdem die Synagoge und das Asbóth-Haus auf. Das barocke Haus in der Kastély utca 5 entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Wohnung des Verwalters der Festetics-Güter und liegt neben dem Schloss. Dort wurde 1802 Lajos Asbóth geboren, Honvéd-General der Revolution von 1848/49 und später General im amerikanischen Bürgerkrieg. Mehr zur ungarischen Religionsgeschichte finden Sie auf der Seite Religion.

Was bedeutet der Name Helikon?
Der Name geht auf literarische Feste zurück, die Graf György Festetics 1817 erstmals in Keszthely veranstaltete. Er lud Schriftsteller, Gelehrte und Gutsbesitzer aus Transdanubien ein; es gab Vorträge, Lieder, Rezitationen, Konzerte, Festessen, Bälle und Baumpflanzungen zu Ehren berühmter Dichter. Von 1817 bis 1819 fanden zwei Feste pro Jahr statt, dann starb der Graf zwei Monate nach der Feier vom Februar 1819.

Das Helikon-Denkmal im gleichnamigen Park wurde am 2. Juli 1921 eingeweiht; die heutige Kuppel über den Säulen entstand 1954. Es ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Der 17 Hektar große Helikon-Park, der ab 1905 von Jakab Sendl angelegt wurde, ist die größte Grünfläche der Stadt, mit alten Kastanien, einer doppelten Platanenreihe und Denkmälern, unter anderem für Ottó Herman, den Botaniker Pál Kitaibel und den Geografen Jenő Cholnoky. Seine Hauptallee führt von der Balaton utca schnurgerade zum Ufer, zum Stadtstrand, zum Inselbad und zum Hafen.

Was erwartet Sie am Ufer?
Das Inselbad (Szigetfürdő) gehört zu den stimmungsvollsten Plätzen der Stadt. Das erste auf dem Wasser errichtete Badehaus entstand 1864, in den 1880er Jahren folgte eine runde Badeinsel, 1893 wurde sie mit prunkvollem Eingang zu einem Bad aus zwei Inseln erweitert. Seit 1890 pflegte die Stadt Bad und Park. In den 1960er Jahren riss man das Gebäude ab und ersetzte es durch Stahl und Beton; seit den 2000er Jahren stellte man schrittweise das Aussehen des 19. Jahrhunderts wieder her, innen ist es modern ausgestattet. 2017 wurden die beiden Türme komplett neu gebaut.

Seit dem 1. Mai 2026 ist das Helikon-Strand nach Ankündigung des Bürgermeisters kostenlos zugänglich. Bis dahin konnte man in Keszthely nur an drei gebührenpflichtigen städtischen Stränden legal baden.

Was ist die Fenyves-Allee?
Die Fenyves-Allee ist eine doppelte Schwarzkiefernreihe, die parallel zur Straße 71 von Keszthely Richtung Fenékpuszta verläuft. Sie verband einst den Hof des Festetics-Schlosses mit dem Gut in Fenékpuszta. Einigen Quellen zufolge ließ Tasziló Festetics II. sie 1894 pflanzen, weil er nicht über die Hauptstraße zu seinem Besitz fahren wollte. Die Äste sind hoch aufgeschnitten, damit Kutschen durchkamen, manchmal in vier bis fünf Metern Höhe. Die Stadt hat dort eine Nordic-Walking-Strecke mit Rastplätzen und Infotafeln eingerichtet. Sie führt am Szendrey-Júlia-Gedenkhaus vorbei.

Fenékpuszta ist außerdem Fundort des römischen Kastells, aus dessen Steinen die Pfarrkirche gebaut wurde. Die Geschichte des römischen Pannonien beschreibt die Seite Vorzeit bis 11. Jahrhundert.

Wie planen Sie einen Tag in Keszthely?
Beginnen Sie am Vormittag im Schloss und gehen Sie durch den Park. Mittags bietet das Zentrum rund um den Fő tér Gastronomie und die Pfarrkirche. Am Nachmittag folgt je nach Interesse das Balaton-Museum oder das Georgikon; wer lieber draußen ist, geht über den Helikon-Park zum Inselbad und zum Hafen. Am späten Nachmittag lohnt die Fenyves-Allee für einen Spaziergang oder eine Radrunde.

Die Öffnungszeiten der Museen schwanken saisonal; prüfen Sie sie jeweils bei den Betreibern. Welche Übernachtungen es am See gibt, finden Sie auf der Seite Hotels und Unterkünfte.

Häufige Fragen zu Keszthely

Wann wurde das Festetics-Schloss zum Museum?

Das Museum wurde 1974 als Helikon-Schlossmuseum gegründet; seit 2012 heißt es Helikon Kastély.

Wie viele Bücher hat die Schlossbibliothek?

Die Helikon-Bibliothek umfasst mehr als 80.000 Bände und gilt als einzige erhaltene adelige Privatbibliothek Ungarns.

Was war das Georgikon?

Eine 1797 vom Grafen György Festetics gegründete Landwirtschaftsschule.

Was zeigt das Balaton-Museum?

Die Entstehung des Sees, seine Geschichte und den Tourismus; es hat rund 380.000 Objekte und ist bis auf eine Januarpause ganzjährig geöffnet.

Ist der Strand in Keszthely kostenlos?

Der Helikon-Strand ist seit dem 1. Mai 2026 kostenlos zugänglich.

Woher kommt der Name Helikon?

Von literarischen Festen, die Graf György Festetics ab 1817 in Keszthely veranstaltete.

Wann entstand das Inselbad?

Das erste Badehaus auf dem Wasser stammt von 1864, die heutige Gestalt mit zwei Inseln geht auf 1893 zurück und wurde im 21. Jahrhundert rekonstruiert.