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Győr

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Győr (Raab) liegt im Nordwesten Ungarns am Zusammenfluss von Donau und Rába, mittig im Städtedreieck Wien–Budapest–Bratislava. Die Stadt verbindet eine der schönsten Barockaltstädte des Landes mit moderner Industrie – und ist idealer Ausgangspunkt für die Abtei Pannonhalma.

Győr liegt im Nordwesten Ungarns, südlich der Donau und nahe der Grenze zur Slowakei, direkt an der Autobahn M1. Die Stadt zählt rund 130.000 Einwohner, ist Sitz des Komitats Győr-Moson-Sopron und beherbergt mehrere Hochschulen. Seit der Grenzöffnung profitiert sie von ihrer Lage im Städtedreieck Wien–Budapest–Bratislava; seit 1994 steht hier zudem ein großes Audi-Motorenwerk, das die Stadt wirtschaftlich prägt. Trotz dieser modernen Seite hat sich Győr eine der schönsten Barockaltstädte Ungarns bewahrt. Eine Einordnung in Ungarns Städte & Regionen finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Wer von der nahen Hauptstadt anreist, kann den Besuch gut mit einem Aufenthalt in Budapest verbinden.

Was macht Győr besonders?

Győr trägt den Beinamen „Stadt der Flüsse“, denn hier treffen Donau, Rába und Mosoni-Duna zusammen. Die historische Altstadt liegt am Zusammenfluss von Donau und Rába und hat ihren barocken Charakter weitgehend bewahrt. Der zentrale Széchenyi-Platz dient seit dem 14. Jahrhundert als Marktplatz und ist von Bürgerhäusern, Erkern und der barocken Ignatiuskirche gesäumt. Der benachbarte Bécsi kapu tér (Wiener-Tor-Platz) gilt als einer der schönsten Barockplätze Ungarns. Die kompakte Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Charmant ist auch die Lage am Wasser: Vom Ufer der Rába und der Mosoni-Duna eröffnen sich schöne Blicke auf die Bürgerhäuser, und kleine Brücken verbinden die historischen Viertel – ein Stadtbild, das viele Besucher an italienische Kleinstädte erinnert. Hinzu kommt, dass Győr mit über tausend denkmalgeschützten Bauten zu den am besten erhaltenen Barockstädten Mitteleuropas zählt und 1989 für seine Stadtsanierung mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet wurde. Wegen der vielen schmiedeeisernen Eckbalkone und Erker wird Győr auch „Stadt der Erkertürmchen“ genannt.

Welche Bauwerke prägen die barocke Altstadt?

Die Altstadt von Győr ist ein Freilichtmuseum des Barock. Auffällig sind die zahlreichen schmiedeeisernen Eckbalkone und reich verzierten Fassaden. Auf dem Gutenberg-Platz steht eines der schönsten barocken Denkmäler der Stadt, die sogenannte Bundeslade (Frigyláda), ein steinernes Bildwerk aus dem 18. Jahrhundert. Die im neuromanischen Stil errichtete Synagoge von 1870 mit achteckigem Grundriss dient heute als Veranstaltungsort und beherbergt eine Musikschule sowie eine Sammlung moderner Kunst. Sehenswert ist auch die frühbarocke Benediktiner-Ignatiuskirche, im 17. Jahrhundert von Jesuiten gegründet, deren reich stuckierte Fassade den Széchenyi-Platz dominiert. Im ehemaligen Apothekenhaus am selben Platz ist heute eine barocke Klosterapotheke samt Eisenbach-Museum untergebracht. Wer tiefer in das gebaute Erbe der Stadt eintauchen möchte, sollte sich auch das Rathaus von 1898 ansehen: Der wuchtige neobarocke Bau mit seinem 59 Meter hohen Mittelturm steht direkt am Bahnhofsvorplatz und gilt als Wahrzeichen des modernen Győr. Mehr zum kulturellen Erbe Ungarns lesen Sie unter Kultur, und weitere Höhepunkte finden Sie in unserer Übersicht der Sehenswürdigkeiten Ungarns.

Was sehen Besucher in Dom und Bischofsburg?

Auf dem Káptalan-Hügel über der Altstadt erhebt sich der Dom von Győr, dessen Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Im Inneren befindet sich die kostbare Herme des Heiligen Ladislaus, ein vergoldetes Reliquiar, das zu den bedeutendsten Goldschmiedearbeiten des Landes zählt. Ende des 14. Jahrhunderts ließ Bischof János Héderváry an der Südseite eine gotische Kapelle anbauen, die den Schädel des heiligen Königs Ladislaus birgt und bis heute Ziel von Wallfahrten ist. Das Innere wurde im 17. und 18. Jahrhundert barockisiert; die Deckenfresken und der prächtige Hochaltar stammen aus dieser Epoche. Direkt daneben liegt die Bischofsburg: In ihren Grundmauern fanden sich Spuren römischer Baukunst, der älteste Teil ist ein Fluchtgang aus dem 14. Jahrhundert. Die mehrstöckige Burgkapelle gilt als seltenes Beispiel ihrer Art. Vom Turm der Burg, dem sogenannten Schatzhausturm, hat man bei klarem Wetter einen weiten Blick über die Dächer der Altstadt und den Zusammenfluss der Flüsse.

Welche Plätze und Inseln sollte man nicht verpassen?

Das Herz von Győr ist der weitläufige Széchenyi-Platz (Széchenyi tér), der größte zusammenhängende Barockplatz der Stadt und seit Jahrhunderten Schauplatz von Märkten und Festen. Von hier führen kopfsteingepflasterte Gassen zu den kleineren Plätzen wie dem Dunakapu tér am Donautor, wo wochentags ein Bauernmarkt stattfindet. Ein lohnendes Ziel ist die Radó-Insel (Radó-sziget) in der Mosoni-Duna: Die kleine, baumbestandene Flussinsel ist über Fußgängerbrücken erreichbar und mit ihren Wegen, Bänken und dem Musikpavillon ein beliebter Ort zum Spazieren und Verweilen. Gleich daneben spannt sich die historische Kossuth-Brücke über den Fluss. Wer ein paar Schritte weitergeht, erreicht die Mündung der Rába mit Promenade und Bootsanlegern – im Sommer starten hier kleine Schiffsrundfahrten, die Győr aus der Perspektive der Flüsse zeigen.

Wo kann man in Győr entspannen?

Nach dem Sightseeing lädt die Rába-Quelle (Rába Quelle Erlebnisbad) zum Entspannen ein – ein Heil-, Thermal- und Erlebnisbad auf der Halbinsel zwischen Mosoni-Duna und Rába mit Blick auf die historische Innenstadt. Das hiesige Heilwasser, das aus rund 2.000 Metern Tiefe gefördert wird, war schon im Mittelalter bekannt und wird wegen seines Mineralgehalts vor allem bei Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden geschätzt. Neben den Heilbecken bietet das Bad einen großzügigen Erlebnisbereich mit Rutschen, Strömungskanal, Sauna-Welt und mehreren Außenbecken, sodass es sich zu jeder Jahreszeit und auch für Familien eignet. Győr reiht sich damit in die lange Tradition der ungarischen Badekultur ein; einen Überblick über die schönsten Thermen des Landes bietet unsere Seite Wellness & Thermalbäder. Tagsüber laden zudem die zahlreichen Cafés und Konditoreien rund um den Széchenyi-Platz zur Pause – Győr ist für seine Süßspeisen und das gepflegte Kaffeehausleben bekannt.

Gut zu wissen – Győr liegt direkt an der M1 zwischen Wien und Budapest und eignet sich hervorragend als Zwischenstopp auf einer Rundreise. Für die Altstadt reicht ein halber Tag, mit Pannonhalma plant man besser einen ganzen.

Welche Ausflüge lohnen sich rund um Győr?

Das wohl lohnendste Ziel in der Umgebung ist die Erzabtei Pannonhalma, nur etwa eine halbe Stunde südlich. Das im Jahr 996 gegründete Benediktinerkloster thront auf einem Hügel und gehört mit seiner Bibliothek von über 360.000 Bänden, der frühgotischen Basilika und den Weinbergen seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Bis heute leben hier Benediktinermönche, die Klosterführungen anbieten und im eigenen Weingut Rieslinge und Cuvées keltern. Auch das nahe Dorf Lébény mit seiner gut erhaltenen romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist einen Abstecher wert, ebenso die Thermalorte der Umgebung wie Bük und Sárvár sowie die nahen Barockstädte Sopron und Pápa. Naturfreunde zieht es in den nahen Nationalpark Fertő-Hanság rund um den Neusiedler See, ein Vogelparadies an der österreichisch-ungarischen Grenze. Wer Győr mit weiteren Etappen verbinden möchte, findet Anregungen unter Städte & Regionen.

Wann ist die beste Reisezeit für Győr?

Győr lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr über besuchen, am angenehmsten ist die Stadt jedoch von Mai bis September. Im Frühling und Frühsommer blühen die Parks und die Außenbecken der Rába-Quelle öffnen, im Hochsommer erreichen die Tagestemperaturen oft 28 bis 32 Grad – ideal für die Schiffsrundfahrten und das Leben auf den Plätzen. Der Spätsommer und der frühe Herbst gelten als besonders reizvoll, weil dann in Pannonhalma die Weinlese beginnt und das Wetter noch mild ist. Der Winter ist kühl und manchmal neblig, dafür verwandelt der Weihnachtsmarkt auf dem Széchenyi-Platz die Altstadt in eine stimmungsvolle Kulisse, und das Thermalbad ist gerade in der kalten Jahreszeit eine angenehme Zuflucht. Detaillierte Klimadaten und monatliche Durchschnittswerte finden Sie auf unserer Seite Klima & beste Reisezeit.

Wie reist man nach Győr an?

Győr ist verkehrsgünstig gelegen und aus dem deutschsprachigen Raum bequem zu erreichen. Mit dem Auto führt die Autobahn M1 direkt an der Stadt vorbei: Von Wien sind es nur rund 120 Kilometer (etwa eineinviertel Stunden), von Budapest knapp 130 Kilometer und von Bratislava etwa 80 Kilometer. Wer mit der Bahn anreist, profitiert von der Lage an der Hauptstrecke Wien–Budapest – Győr ist Halt zahlreicher EuroCity- und Railjet-Züge und von Wien in rund einer Stunde, von Budapest in etwa anderthalb Stunden erreichbar. Der nächstgelegene große Flughafen ist Wien-Schwechat, von dort gelangt man per Mietwagen oder Direktbahn nach Győr; auch die Flughäfen Budapest und Bratislava liegen in erreichbarer Nähe. Innerhalb der Stadt erkundet man die kompakte Altstadt am besten zu Fuß, denn die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten auseinander.

Wo übernachtet man in Győr am besten?

Für eine Übernachtung bietet sich die Altstadt an: Rund um den Széchenyi-Platz und die Rába-Promenade liegen mehrere Hotels und Pensionen in restaurierten Bürgerhäusern, sodass man die Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht. Familien und Wellness-Gäste wählen oft ein Haus in der Nähe der Rába-Quelle, das den direkten Zugang zum Thermalbad mit einem Aufenthalt verbindet. Wer eine Rundreise plant, findet auch entlang der M1 komfortable Hotels mit guter Verkehrsanbindung. Da Győr eine beliebte Tagungs- und Messestadt ist, empfiehlt sich in der Hauptsaison und während der Festivals eine frühzeitige Buchung. Eine Auswahl an Häusern und Tipps zur Unterkunft finden Sie auf unserer Seite Hotels & Unterkünfte in Ungarn.

Häufige Fragen zu Győr

Wie viel Zeit sollte man für Győr einplanen?

Für die barocke Altstadt mit Széchenyi-Platz, Dom und Bischofsburg reicht ein halber Tag. Wer zusätzlich die Abtei Pannonhalma oder das Thermalbad besuchen möchte, plant einen ganzen Tag oder eine Übernachtung ein.

Liegt Győr günstig für eine Reise von Wien nach Budapest?

Ja, sehr. Győr liegt direkt an der Autobahn M1 mittig zwischen Wien, Budapest und Bratislava und ist ein idealer Zwischenstopp. Auch per Bahn ist die Stadt aus beiden Hauptstädten gut erreichbar – von Wien in rund einer Stunde, von Budapest in etwa anderthalb Stunden.

Was ist die Erzabtei Pannonhalma?

Pannonhalma ist ein im Jahr 996 gegründetes Benediktinerkloster rund 20 Kilometer südlich von Győr. Mit seiner Basilika, der historischen Bibliothek und den Weinbergen zählt es zum UNESCO-Welterbe und ist das beliebteste Ausflugsziel der Region.

Wann ist die beste Reisezeit für Győr?

Am angenehmsten ist Győr von Mai bis September, wenn die Außenbecken geöffnet sind und das Leben auf den Plätzen blüht. Der frühe Herbst lockt mit der Weinlese in Pannonhalma, während die Adventszeit mit dem Weihnachtsmarkt eine eigene Stimmung bietet.

Regelmäßige Veranstaltungen in Győr

FebruarBarockball
März – AprilGyőrer Frühlingsfestival
JuniUngarisches Tanzfestival
JuniPuppentheater am Rába-Ufer
JuliInternationales Volkstanz- und Volksmusikfestival
AugustBarocke historische Festspiele
OktoberBuchsalon
DezemberWeihnachtsmarkt