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Heldenplatz und Stadtwäldchen

Der Heldenplatz bildet den Abschluss der Andrássy út, dahinter beginnt das Stadtwäldchen (Városliget), mit fast 100 Hektar der größte Park der Hauptstadt. Das Millenniumsdenkmal, zwei Museen, die Vajdahunyad-Burg, der Zoo und das Széchenyi-Bad liegen hier dicht beieinander. Die Gabriel-Statue ist derzeit zur Restaurierung abgenommen.
Das Millenniumsdenkmal am Heldenplatz in Budapest mit Säulen und Königsstatuen im klaren Morgenlicht, davor die leere Platzfläche

Was sind Heldenplatz und Stadtwäldchen?
Der Heldenplatz (Hősök tere) liegt am Ende der Andrássy út, deren Spaziergang Sie auf der Seite Andrássy út finden. Dahinter erstreckt sich das Stadtwäldchen, ungarisch Városliget. Es umfasst fast 100 Hektar und gehört zu den ältesten öffentlichen Parks der Hauptstadt. Nach Angaben der Betreiber kommen jährlich acht bis neun Millionen Besucher. Im Oktober 2026 erhielt der Park von der Organisation World Urban Parks den europäischen „Large Urban Parks Award“ für seinen Betrieb, die Pflege der Grünflächen und die Besuchsqualität.

In den vergangenen Jahren entstand im Rahmen des Projekts Liget Budapest die größte Kulturinvestition seit dem Millennium: neue Gebäude wie das Haus der Ungarischen Musik und das Ethnografische Museum, eine renovierte Kunstgalerie, ein autofreier Park und neue Spielplätze und Wege. Wer die Hauptstadt insgesamt kennenlernen will, beginnt mit der Seite Budapest.

Was zeigt das Millenniumsdenkmal?
Das Millenniumsdenkmal geht auf eine Initiative der Hauptstädtischen Versammlung von 1891 zurück: Zum tausendjährigen Bestehen Ungarns sollte ein öffentliches Denkmal die Geschichte der Nation würdigen. Die Wahl fiel auf das Ende der Andrássy út am Rand des Stadtwäldchens und auf die Architekten- und Bildhauerpartner Albert Schickedanz und György Zala. Im Halbrund stehen vierzehn Königsstatuen, in der Mitte erhebt sich auf einer korinthischen Säule die knapp fünf Meter hohe Statue des Erzengels Gabriel; die Säule ist 36 Meter hoch.

Die Geschichte des Landes rund um das Millennium finden Sie auf der Seite 16. bis 19. Jahrhundert; zu den Entwicklungen des folgenden Jahrhunderts siehe 20. Jahrhundert.

Warum ist die Gabriel-Statue abgenommen?
Die Bronzestatue Gabriels steht seit 1901 auf der Säule. Sie war das erste Werk der Denkmalgruppe, das fertig wurde, und gewann auf der Pariser Weltausstellung 1900 den Großen Preis. Nach der Reinigung 2021 stellte man gravierende Schäden fest. Ende 2024 wurde die Figur abgenommen. Die Untersuchung im Frühjahr 2026 ergab weit größere Schäden als erwartet: Eisenkonstruktion und Verschraubungen waren durch Wärmeausdehnung, Korrosion und eindringendes Wasser stark geschwächt, mehrere Verbindungselemente gerissen und die Bronzehülle verformt. Die Statue kann restauriert werden, die Rückkehr auf die Säule ist nach den Angaben von Liget Budapest noch für das Jahresende vorgesehen.

Die Legende erzählt, Papst Silvester II. habe im Traum durch den Erzengel Gabriel den Auftrag erhalten, die Heilige Krone dem ersten Gesandten zu geben, der am nächsten Morgen kommt. Das sei der ungarische Gesandte Erzbischof Astrik gewesen, der für Fürst Stephan um eine Königskrone bat. Deshalb hält Gabriel in der Hand eine Krone und das Doppelkreuz. Im Besucherzentrum des Stadtwäldchens zeigt eine kostenlose Ausstellung eine originalgroße Kopie der Statue von rund fünf Metern.

Welche Museen liegen am Heldenplatz?
Am Platz stehen zwei Gebäude, die aus der Millenniumszeit stammen. Das Museum der Bildenden Künste (Szépművészeti Múzeum) wurde am 1. Dezember 1906 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph eingeweiht und am 5. Dezember für das Publikum geöffnet. Über die Gründung hatte das Millenniumsgesetz von 1896 entschieden; entworfen wurde der Bau von Albert Schickedanz und Fülöp Ferenc Herzog. Die Sammlung umfasst mehr als 100.000 Objekte von altägyptischen Schätzen über Meister der Renaissance bis zu Gemälden und Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Nach der größten Renovierung seiner Geschichte ist es seit 2018 wieder geöffnet, und der Romanische Saal ist nach 70 Jahren wieder zugänglich.

Gegenüber liegt die Kunsthalle (Műcsarnok), die 2026 ihr 130-jähriges Bestehen feiert. Sie zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Beide Häuser gehören zum Gesamtbild des Platzes, das Sie gut mit dem Spaziergang auf der Andrássy út verbinden.

Was ist im Stadtwäldchen neu?
Das Ethnografische Museum (Néprajzi Múzeum) ist ein Neubau des Architekten Ferencz Marcel, der den internationalen Wettbewerb gewann, an dem auch Zaha Hadid und Rem Koolhaas teilnahmen. Zwei ineinander verschränkte Hänge bilden den Bau, auf dem Dach liegt ein mehr als 7.000 Quadratmeter großer Dachgarten. Die Glasfassade zeigt aus nahezu einer halben Million Pixel gebildete Muster aus 20 ungarischen und 20 internationalen volkskundlichen Motiven. Die Dauerausstellung umfasst mehr als 3.000 Quadratmeter und rund 3.600 Objekte.

Das Haus der Ungarischen Musik hat ein wellenförmiges Dach mit hundert unterschiedlich geformten Lichtschächten, die Tageslicht ins Gebäude bringen. Die Betreiber betonen, dass alle neuen Gebäude des Stadtwäldchens kostenlos erkundet werden können; ein Ticket brauchen Sie nur für Konzerte und Ausstellungen.

Was ist die Vajdahunyad-Burg?
Die Vajdahunyad-Burg steht auf der Széchenyi-Insel im Stadtwäldchen und wurde von Ignác Alpár entworfen. Die Betreiber beschreiben sie als einen der charakteristischsten Orte der Stadt und als Darstellung von 1000 Jahren ungarischer Architekturgeschichte. Die Hauptfassade gilt als Kopie der siebenbürgischen Burg Vajdahunyad (Hunedoara), daher der Name. Die Anlage entstand für die Millenniumsausstellung 1896; heute ist dort das Landwirtschaftsmuseum untergebracht, dessen Türme einen Blick über den Park und auf die Stadt eröffnen.

Geheimtipp – Gehen Sie am frühen Morgen über die Brücke zur Burg: Dann ist die Insel ruhig, und die gespiegelten Türme im Wasser des Sees gelingen auf Fotos besser als zur Mittagszeit.

Was bieten Zoo und Ballon?
Der Hauptstädtische Tier- und Pflanzengarten wurde 1864 gegründet und öffnete am 9. August 1866 erstmals für das Publikum; er gehört zu den ältesten Zoos der Welt. Den Park und die Wege plante der Obergärtner Ármin Petz, die Gebäude entwarfen Antal Szkalnitzky und Henrik Koch d. J. Die erste Giraffe kam 1868 als Geschenk von Franz Joseph, vermittelt durch Königin Elisabeth.

Eine Attraktion für Kinder und Erwachsene ist der Ballonaussichtsturm „BalloonFly“ auf dem Mimóza-Hügel neben dem Széchenyi-Bad. Der rot-weiß gestreifte Ballon ist an einer Stahltrosse befestigt, mit Helium gefüllt und steigt mit bis zu 30 Personen auf 150 Meter. Er fährt nur bei geeignetem Wetter. Das nahegelegene Széchenyi-Bad ergänzt den Tag.

Wie sieht der Spaziergang durch das Stadtwäldchen aus?
Eine Promenade führt auf der Parkseite der Dózsa György út vom Heldenplatz bis zur Ajtósi Dürer sor. Sie wurde auf einer Fläche angelegt, auf der früher jahrzehntelang Autos parkten, und bringt mehr als zehntausend Quadratmeter neue Grünfläche. Unterwegs kommen Sie an der Kunsthalle und am Ethnografischen Museum vorbei. Hinter dem Museum folgt ein abends beleuchteter, musikalischer Springbrunnen, der morgens ab 7 Uhr bis 23 Uhr Wasser in die Luft schickt, wenn das Wetter es erlaubt. Eine Solarbank spielt Werke von Chopin und Liszt.

Am Ende der Promenade liegen der Sportkomplex mit einem zwei Kilometer langen Laufkurs, der große Spielplatz und der Mőcsényi-Mihály-Botanikgarten. Bei der Grünflächensanierung wurden seit 2017 mehr als 270.000 Quadratmeter erneuert, über 500 Laubbäume und 130 Nadelbäume gepflanzt.

Was gibt es für Familien und Sportler?
Der große Spielplatz neben dem Rosengarten am Haus des Millenniums gilt als beliebtester familienfreundlicher Ort des Parks; hinzu kommen ein Sportzentrum mit zwei Kilometer langem Laufkurs, Jugendsportplätze und mehrere Hundeparks. Erneuert wurden außerdem der Garten der Blinden, der Mőcsényi-Mihály-Botanikgarten, der Picknickgarten und der Königshügel.

Die Betreiber bieten dazu geführte Spaziergänge an, etwa den Herbstspaziergang von Oktober bis November, Rundgänge durch das Haus der Ungarischen Musik, die Vajdahunyad-Burg und das Széchenyi-Bad sowie ein Detektivspiel namens „Arkangyal-rejtély“, bei dem Statuen, Gebäude und Details im Park die Hinweise liefern. Termine und Preise stehen auf der Seite des Betreibers.

Wie reisen Sie am besten an?
Das Stadtwäldchen wird schrittweise autofrei; Asphalt bleibt nur dort, wo Radfahrer, Roller, Kinderwagen, Rollstühle und Fußgänger ihn brauchen. Die Betreiber unterstützen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Rad. Eine Tiefgarage unter dem Museumsbereich ersetzt Parkplätze oberirdisch. Aktuelle Hinweise zu Bus, Bahn, Rad und Barrierefreiheit gibt der Betreiber auf seiner Seite.

Wenn Sie vom Zentrum kommen, folgen Sie der Andrássy út bis zum Platz. Die ältere Stadtgeschichte erzählt die Seite Burgviertel; einen weiteren Aussichtspunkt beschreibt die Seite Gellértberg und Zitadelle.

Wie planen Sie Ihren Tag?
Für einen Tag empfiehlt sich diese Reihenfolge: Morgens das Denkmal und der Platz bei weichem Licht, anschließend das Museum der Bildenden Künste oder die Kunsthalle, dann ein Spaziergang über die Promenade zum Haus der Musik oder zum Ethnografischen Museum. Mittags bietet sich die Vajdahunyad-Burg an, danach je nach Interesse Zoo, Ballon oder das Bad. Wer die Gabriel-Ausstellung im Besucherzentrum sehen will, plant den Besuch dort zuerst.

Abendessen und Ausgehen finden Sie im Zentrum, beispielsweise in den Ruinenbars. Die Preise und Öffnungszeiten der einzelnen Häuser sollten Sie jeweils beim Betreiber prüfen.

Häufige Fragen zu Heldenplatz und Stadtwäldchen

Wie hoch ist die Säule am Heldenplatz?

Die korinthische Säule ist 36 Meter hoch; die Bronzestatue des Erzengels Gabriel darauf misst knapp fünf Meter.

Ist die Gabriel-Statue noch auf der Säule?

Nein, sie wurde Ende 2024 zur Restaurierung abgenommen; die Rückkehr ist für Ende 2026 vorgesehen.

Wie viele Königsstatuen stehen am Heldenplatz?

Vierzehn Königsstatuen stehen im Halbrund des Millenniumsdenkmals.

Wann wurde das Museum der Bildenden Künste eröffnet?

Es wurde am 1. Dezember 1906 eingeweiht und am 5. Dezember 1906 für das Publikum geöffnet.

Wie groß ist das Stadtwäldchen?

Es umfasst fast 100 Hektar.

Was kostet der Zutritt zu den neuen Gebäuden?

Die Betreiber erklären, dass die neuen Gebäude kostenlos erkundet werden können; Tickets brauchen Sie nur für Konzerte und Ausstellungen.

Seit wann gibt es den Zoo?

Der Zoo wurde 1864 gegründet und öffnete am 9. August 1866 erstmals seine Tore.