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Körös-Maros-Nationalpark

Im Südosten Ungarns, rund um Szarvas, Dévaványa, Kardoskút und Gyula, liegen die dreizehn Teilgebiete des Körös-Maros-Nationalparks. Die Dévaványaer-Ecseger Puszta (13.085 Hektar) ist das größte Teilgebiet und beherbergt über 500 Großtrappen, am Kardoskúter Weißen See (5.629 Hektar, Ramsar-Gebiet seit 1979) rasten im Herbst bis zu 80.000 Vögel, und im Kis-Sárrét liegen mit rund 1.900 Hektar die Biharugraer Fischteiche. Der Tierpark in Szarvas ist das meistbesuchte Ziel, sieben Lehrpfade führen durch die Landschaft.
Weite Pusztalandschaft mit flachem Salzsee, Schilfrand und Graurindern im Morgenlicht in Südostungarn

Was ist der Körös-Maros-Nationalpark und wo liegt er?

Der Körös-Maros-Nationalpark besteht nicht aus einem einzigen Block, sondern aus dreizehn Teilgebieten, die wie Inseln über den Südosten der Großen Ungarischen Tiefebene verstreut liegen. Das Land zwischen Theiß, Körös und Maros war einst eine Welt aus Sümpfen, Überschwemmungsauen und Salzsteppen. Die Flussregulierungen des 19. Jahrhunderts haben den größten Teil davon in Äcker verwandelt. Die Reste, die der Park bewahrt, sind deshalb von besonderem Wert: frei mäandrierende Flüsse, Pusztagrasland auf Salzböden, Altarme, Moorreste, Eichenwälder und Hügelgräber aus der Vorzeit.

Die Teilgebiete heißen Kis-Sárrét, Bélmegyeri Fáspuszta, Mágor-puszta, Dévaványai-Ecsegi puszták, Kígyósi-puszta, Körös-ártér, Cserebökény, Kardoskúti Fehér-tó, Csanádi puszták, Maros-ártér, Tompapusztai löszgyep, Tatársánci ősgyep und Csorvási löszgyep. Verwaltet werden sie von der Nationalparkdirektion mit Sitz in Szarvas. Wer die Region bereist, erlebt keine Gebirge und keine Seen im touristischen Sinn, sondern Weite, Vogelzug und den Wechsel der Jahreszeiten im Gras. Einen Überblick über die gesamte Ebene bieten die Seiten zur südlichen Tiefebene und zur nördlichen Tiefebene; die bekannteste Puszta des Landes beschreibt der Beitrag zum Hortobágy.

Auf einen Blick – Dreizehn Teilgebiete, sieben Lehrpfade, über hundert geführte Programme im Jahr, vier Besucherstationen: Tierpark Szarvas, Trappenschutz-Besucherzentrum Dévaványa, Vogelzugmuseum Kardoskút und Bihari Madárvárta bei Biharugra.

Warum ist die Dévaványaer Puszta für Großtrappen so wichtig?

Mit 13.085 Hektar ist die Dévaványai-Ecsegi puszta das größte und zugleich abwechslungsreichste Teilgebiet. Sie liegt um Dévaványa, Ecsegfalva, Túrkeve und Gyomaendrőd und steht seit 1975 unter Schutz, 2.659 Hektar davon streng. Die streng geschützten Teile dürfen nur mit Begleitung oder Genehmigung betreten werden. Das Land liegt am Rand des früheren Nagy-Sárrét, eines Sumpflandes, das vor den Regulierungen von den Hochwassern der Theiß und der Berettyó gespeist wurde. Heute überwiegt die Puszta, doch Reste ehemaliger Salzwiesen-Eichenwälder sind erhalten.

Die Lebensräume sind ein Mosaik: auf trockeneren Standorten Distel-Steppe und Wermut-Salzsteppe, kleinflächig Salzsteppen-Mosaike, auf feuchteren Böden Salzwiesen, an den Ufern Binsen-, Schilf- und Simsenbestände, in den Flussbögen große Auenwiesen. Der sichelblättrige Haarstrang bildet große, geschützte Bestände. Am Fuß der Erdburg Ördögsánc, die rund 3.000 Jahre alt ist, wurde mit der Gagea szovitsii, einer Gelbstern-Art der östlichen Steppen, eine für Ungarn neue Pflanze entdeckt.

Der Stolz des Gebiets ist die Großtrappe. Um Dévaványa lebt rund ein Drittel des ungarischen Bestands, über 500 Tiere, mit leichter Zunahme in den letzten zehn Jahren. Die Vögel brüten im Grünland, aber auch in Luzerne- und Getreidefeldern. Gelege, die bei der Feldarbeit gefunden werden, bringen die Betreuer in die Trappenschutzstation in Dévaványa, wo die Küken schlüpfen, aufwachsen und später ausgewildert werden. Landwirtschaftliche Arbeiten werden zeitlich und räumlich so gelenkt, dass die Nester geschont werden, und ein Agrarumweltprogramm entschädigt die Landwirte dafür. Davon profitieren auch Rebhuhn, Rohrweihe, Triel und Wiesenweihe. Weltweit gefährdete Arten wie Kaiseradler und Sakerfalke sind hier ebenfalls mit bedeutenden Vorkommen vertreten.

Großtrappen und Graurinder auf einer weiten Pusztawiese mit Kopfweiden am Horizont im klaren Morgenlicht

Ein besonderes Stück Landschaft ist der Hortobágy-Berettyó. Auf rund 33 Kilometern Länge fließt er im Nationalpark, und er zählt zu den seltenen Flussabschnitten Ungarns, deren Schlingen bei der Regulierung nicht abgeschnitten wurden. Im Wasser wachsen Schwimmfarn, Seekanne und Wassernuss, allesamt geschützt. In alten Flussbetten, die heute meist Äcker sind, erscheinen in Nassjahren seltene Schlammpflanzen wie das Heverő-Schlammkraut und mehrere Tännelkraut-Arten; ihre Samen überdauern bis zu etwa 50 Jahre im Boden. Im Farkas-zugi-Wald brütet eine Reiherkolonie mit Grau- und Nachtreihern sowie einigen Paaren von Seiden- und Rallenreihern.

Was bietet das Trappenschutz-Besucherzentrum in Réhely?

Eintrittspforte zur Dévaványaer Puszta ist das Sterbetz-István-Trappenschutz-Besucherzentrum im Ortsteil Réhely. Es zeigt Ausstellungen über die Trappen und über alte ungarische Nutztierrassen und bietet Beobachtungsmöglichkeiten. Am Zentrum beginnt der 1,5 Kilometer lange Réhely-Lehrpfad mit botanischen und zoologischen Themen; Fahrräder können vor Ort geliehen werden, und mehrere ausgeschilderte Radtouren führen durch die Puszta. Das Zentrum bietet auch Übernachtungen.

Was macht den Kardoskúter Weißen See so besonders?

Der Kardoskúti Fehér-tó ist der bedeutendste Salzsee der südlichen Tiefebene. Das Teilgebiet umfasst 5.629 Hektar, davon 263 Hektar streng geschützt, und gehört zu den größten zusammenhängenden Pusztagebieten südlich der Theiß. Der See steht seit 1966 unter Schutz. Er besteht aus zwei Becken unterschiedlicher Herkunft und ist ein periodisches Gewässer: Im Frühjahr ist er flach überflutet, im Sommer trocknet er teilweise mehrfach aus. In der Trockenzeit treten Quellen auf, die den Seeboden von unten speisen. In den 1970er Jahren entstandene Kanäle, Gräben und Dämme wurden später entfernt, sogar ein Querdamm im See wurde abgerissen; danach kehrten die Salzsteppenvegetation und größere Wasserflächen zurück.

Auf dem Salzboden wachsen das Ungarische Salzkraut und das Spitze Bartgras, das geschützte Sodakraut kommt in großer Zahl vor. Seit 1979 ist das Gebiet Ramsar-Gebiet. Im Herbst übernachten Ende Oktober bis zu 80.000 Vögel auf dem flachen Wasser, darunter Kraniche. Zu den Brutvögeln zählen Silberreiher im Schilf, mehrere große Kolonien des Rotfußfalken, Seeregenpfeifer und Säbelschnäbler auf den Salzflächen, Stelzenläufer sowie Wachtelkönig und Tüpfelsumpfhuhn in den Sümpfen. Unter den Libellen ist die geschützte Große Binsenjungfer selten.

Flacher Salzsee mit Schilfrand und tausenden rastenden Kranichen in der Abenddämmerung über der weiten Ebene

Der Nationalpark hält hier mehrere tausend Graurinder und einige hundert Zackelschafe der Rassen Cigája und Racka; die Hauptzuchtherde lebt im Sóstói-Hof bei Kardoskút. Im südwestlichen Teil des Schutzgebiets steht die Ruine der romanischen Kirche von Csomorkány, die aus Bruchstein und Ziegeln der Árpádenzeit errichtet wurde; die Siedlung ringsum zerstörten die Osmanen. Im Pusztazentrum von Kardoskút eröffnete 2017 das Museum des Vogelzugs, das interaktiv den Rotfußfalken und den Kranich als Leitarten vorstellt. Zwei Beobachtungstürme an der Straße Richtung Hódmezővásárhely erlauben die Vogelbeobachtung.

Welche Moore, Teiche und Wälder prägen das Kis-Sárrét?

Das Kis-Sárrét, die „Kleine Sárrét“, erstreckt sich von Körösnagyharsány bis Vésztő und entstand durch die Überschwemmungen des Sebes-Körös und mehrerer kleiner Bäche. Im 19. Jahrhundert schrumpfte der Auenlebensraum durch Flussregulierung und Entwässerung stark; ein Teil wurde in Fischteiche umgewandelt. 1990 wurden 7.899 Hektar unter Schutz gestellt, 1.424 Hektar davon streng. Seit 1997 stehen die Biharugraer Fischteiche und die Moorreste auf der Ramsar-Liste. Gemeinsam mit den rumänischen Nachbargebieten ergibt sich ein grenzübergreifender Schutzraum von rund 13.000 Hektar, zu dem der 2010 eingerichtete Naturpark Cséffa mit 5.002 Hektar gehört.

Die am besten erhaltenen Moorreste, Ugrai-rét und Sző-rét, liegen zwischen Biharugra und Körösnagyharsány. In den Röhrichten leben Löffler, Schopfreiher und Sichler, im Wasser Schlammpeitzger, Moorfrosch und Europäische Sumpfschildkröte. Am Moorrand blühen seltene Orchideen, im September die Herbstzeitlose auf den Wiesen, und der geschützte Echte Alant, eine aus Asien stammende Pflanze, wird bis zu zwei Meter hoch.

Die Biharugraer Fischteiche sind mit rund 1.900 Hektar das zweitgrößte Teichsystem Ungarns. Die Ugrai-Teiche entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts, 1930 waren die ersten fertig und die Karpfenzucht begann. Das Begécser Gebiet mit 1.200 Hektar war ursprünglich ein Hochwasserrückhaltebecken und wurde 1962 zum Fischteich umgebaut; es ist tiefer und hat mehr offene Wasserfläche. Auf dem Zug rasten hier Zehntausende Gänse und Enten sowie Watvögel, darunter weltweit gefährdete Arten wie Zwerggans und Rothalsgans. Seit dem Verbot der Wasservogeljagd 1993 haben sich die Bestände erholt. Der größte Bestand der Region an Moorenten und Graugänsen brütet hier, dazu kommen die in Ungarn seltenen Zwergscharben und Schnatterenten.

In den Gemeinden Mezőgyán, Geszt und Zsadány wachsen große naturnahe Stieleichenwälder, die in den 1930er Jahren auf dem Gut der Familie Tisza gepflanzt wurden. Hier brüten Schwarzstorch, Wespenbussard und Kolkrabe, und im Winter übernachten Seeadler in den Eichen, die tagsüber die Teiche nutzen. Auf der Weide Csillaglaposi-legelő blühen im April und Mai mehrere tausend Kleine Knabenkräuter. Auf der Salzweide Szalontai-legelő stehen mehrere tausend Exemplare der endemischen Eselsdistel. Die Bihari Madárvárta etwa drei Kilometer vom Zentrum Biharugras entfernt dient als Unterkunft für Vogelbeobachter, und der Sző-réti Lehrpfad zeigt Moorreste und Salzwiesen. Außerhalb der streng geschützten Bereiche und der bewirtschafteten Teiche ist das Gebiet frei zugänglich.

Was erwartet Besucher in der Kígyóser Puszta bei Gyula?

Im Sommer 1977 wurde die Puszta bei Szabadkígyós als Landschaftsschutzgebiet mit 3.800 Hektar eingerichtet, damals aus Schilfwiesen mit Äckern, Waldinseln und dem Wenckheim-Schloss. Heute gehören 4.779 Hektar zum Nationalpark, auf den Gebieten von Szabadkígyós, Újkígyós, Kétegyháza und Gyula; 735 Hektar sind streng geschützt. Der Südwesten gehört zum Rand des Békéser Rückens, der sechs bis sieben Meter höher liegt als die nassen Nord- und Ostteile. Alte Maros-Flussbetten und Uferwälle prägen das Relief, und zeitweilige Wasserstände hinterlassen Salzböden.

Salzmarschen mit Binsen und Seggen, Salzgrasland, kleinflächige Lösssteppenrasen und Wälder wie der Szabadkígyóser Große Wald mit salzbeeinflussten Waldwiesen wechseln sich ab. Zu den Pflanzen zählen der im Karpatenbecken endemische Schwarzenberg-Wegerich, die Pannonische Kugeldistel, das Frühlings-Adonisröschen und die Essig-Rose. Im Gyulaer Szabadkai-Wald wachsen Waldvögelein-Orchideen. Tausende Gänse, Kraniche, Enten und Watvögel rasten hier auf dem Zug. Silberreiher, Moorente und Stelzenläufer sind als Brutvögel zurückgekehrt, Blauracke und Rotfußfalke nehmen zu, und der Steppeniltis hat eine stabile Population.

Schloss mit französischem Garten, Springbrunnen und alten Bäumen im Park an einem klaren Sommermorgen

Über 50 Hügelgräber, die Halmok, liegen entlang der ehemaligen Flussläufe; die größten und landschaftsprägendsten sind Török-halom, Hegyes-halom und Fekete-halom. Auf ihnen haben sich letzte Vorkommen kontinentaler Steppenpflanzen erhalten. Das Wenckheim-Schloss wurde von 1875 bis 1879 für Graf Frigyes Wenckheim nach Plänen von Miklós Ybl im Stil der Neorenaissance errichtet; der Park mit französischem Garten entstand gleichzeitig. Ein fünf Kilometer langer Lehrpfad zeigt Pflanzen, Tiere und typische Lebensräume. Von hier ist das Heilbad Gyula nur wenige Kilometer entfernt, ein passender Abschluss nach einem Tag im Gras.

Wie sehen die Auen von Körös und Maros aus?

Das Teilgebiet Körös-ártér umfasst rund 6.580 Hektar der Hochwasserzone der Hármas-Körös zwischen Csárdaszállás und Szelevény in den Komitaten Békés und Jász-Nagykun-Szolnok. Die Regulierung der Theiß und ihrer Nebenflüsse dauerte von 1830 bis 1895 und trennte die frühere zusammenhängende Aue in Flutaue und eingedeichtes Kulturland. Alte Wächterhäuser und Dampfpumpstationen an den Schutzdämmen erinnern daran. Oberhalb des Stauwerks bei Békésszentandrás fließt der Fluss langsam wie ein Stillgewässer, unterhalb schneller und mit großen Wasserstandsschwankungen.

Weiden-Pappel-Auwälder dominieren, Hartholzauen mit Eiche, Esche und Ulme kommen nur noch kleinflächig vor, und es gibt großflächige Auwiesen. Acht der Altarme gehören zu den national bedeutenden Schutz-Altarmen. Im April blüht die Sommer-Knotenblume massenhaft an Waldrändern und Dämmen. Im Frühsommer schwärmt die Theißblüte, die Eintagsfliege Palingenia longicauda, in Massen über dem Fluss. Hier brütet der größte Wachtelkönig-Bestand des Parks, in den Wäldern Schwarzstorch, Seeadler und Schwarzmilan, und die größte bekannte Kolonie der Teichfledermaus Europas lebt in der Körös-Aue. Der Fischotter ist verbreitet. Das gesamte Gebiet ist frei zugänglich, und der etwa 3,5 Kilometer lange Halásztelki-Lehrpfad beginnt an der Infotafel am Brückenkopf der Eisenbahnbrücke Szarvas–Mezőtúr.

Die Maros entspringt in den Ostkarpaten und erreicht nach rund 700 Kilometern die ungarische Grenze; von dort bis zur Mündung bei Szeged fließt sie etwa 50 Kilometer, davon 21 als Grenzfluss. Unter den Theiß-Nebenflüssen hat sie das größte Gefälle, den größten Abfluss und die größte Geschiebefracht. Der Teilbereich Maros-ártér entstand 1990 aus 421 Hektar Auenwald bei Makó und Landor und umfasst heute 2.852 Hektar auf dem Gebiet von Csanádpalota, Magyarcsanád, Apátfalva, Makó, Maroslele und Szeged. Etwa die Hälfte sind Hart- und Weichholzauwälder; der Vetyeháti-Teil bei Makó, Maroslele und Szeged umfasst über 1.000 Hektar Wald. Seeadler und Schwarzstorch brüten dort, am Fluss gibt es mehrere Reiherkolonien. Auf dem Hügel Bekai-halom wächst Lösssteppenrasen. 1996 wurde hier eine neue Fliegenart beschrieben, Sphyracephala europaea.

Welche kleineren Schutzgebiete gehören noch zum Park?

Die Csanádi puszták (4.057 Hektar, seit 1989) bestehen aus den Teilen Kopáncs, Montág und Királyhegyes; im Montág ist ein Ramsar-Feuchtgebiet. Hier liegt das größte Vorkommen der Herbst-Sternbergia in Ungarn. Die Mágor-puszta (rund 947 Hektar, seit 1987) schützt Pusztagrasland, auf einem Teil von 13 Hektar bereits seit 1978 auch ein archäologisches Denkmal; ihr Lehrpfad ist gut 500 Meter lang. Der Bélmegyeri Fáspuszta mit 644 Hektar, davon 82 streng geschützt, bewahrt Reste eines Steppen-Eichenwalds mit dem Nachtfalter Gortyna borelii.

Drei Kleinstflächen schützen Steppenreste auf Löss. Die Tompapusztai löszgyep mit 21 Hektar ist vollständig streng geschützt; 274 Gefäßpflanzenarten sind bekannt, und es ist einer von zehn ungarischen Lebensräumen der Blindmaus. Das Tatársánci ősgyep schützt seit 1971 ein Stück ursprünglicher Vegetation, das nur noch einen halben Hektar groß ist, auf einer Erdwerksanlage aus dem 8. bis 5. Jahrhundert vor Christus. Der Csorvási löszgyep, ebenfalls seit 1971 geschützt, beherbergt zwei bekannte Bestände des Wolga-Adonisröschens, einer der seltensten Pflanzen des Landes.

Wie artenreich ist der Park insgesamt?

Im Park kommen drei streng geschützte und 71 geschützte Pflanzenarten vor, außerdem sechs streng geschützte und 128 geschützte Wirbellose. Zu den pannonischen Endemiten zählen Eselsdistel, Schwarzenberg-Wegerich, Ungarisches Salzkraut und Ungarisches Tännelkraut. Über 70 Hügelgräber und mehrere Erdwerke, darunter der etwa 3.000 Jahre alte Ördögsánc, machen den Park auch zu einem archäologischen Gebiet. Körös und Maros beherbergen alle vier ungarischen Flussjungfern-Arten. Etwa ein Zehntel des ungarischen Graugans-Bestands brütet im Park, und beim Zug erreichen Wasservogelschwärme Hunderttausende Tiere.

Die Beweidung folgt dem Erhalt alter Haustierrassen: Ungarisches Graurind und Wasserbüffel sind die wichtigsten, bei den Büffeln kommt ein Bulle auf 30 bis 50 Kühe, und die Herde stammt aus der Gegend von Borosjenő. Der Bestand der Mudi-Hunde im Park umfasst neun Tiere. Das Beweiden hält die Puszta offen und schafft Lebensraum für Trappen, Wiesenbrüter und Insekten.

Lohnt sich der Körösvölgyi Állatpark in Szarvas?

Das meistbesuchte Ziel des Parks ist der Körösvölgyi Állatpark im früheren Garten des Csáky-Schlosses im Anna-liget von Szarvas. Der Rundweg ist 2.100 Meter lang, im Hauptgebäude steht ein Aquarium mit 7.000 Litern, und über 50 Tierarten leben hier, mehrere hundert Tiere insgesamt. Gezeigt werden unter anderem Wisent, Wolf und Gänsegeier. Ein Eisvogel-Wasserlehrpfad gehört zum Angebot. Der Park ist ein guter Einstieg für Familien, bevor es in die Puszta geht. Fahrräder und Kanus lassen sich in den Besucherzentren und Unterkünften leihen.

Wie plane ich eine Reise in den Körös-Maros-Nationalpark?

Der Park eignet sich für Radtouren, Vogelbeobachtung und ruhige Wanderungen. Die Teilgebiete liegen weit auseinander, ein Auto ist deshalb sinnvoll. Als Standorte bieten sich Szarvas, Dévaványa, Gyula und Szeged an. Wer den Vogelzug sehen will, plant den Herbst ein, wenn am Weißen See bis zu 80.000 Vögel übernachten; Orchideen und Frühlingsblumen blühen im April und Mai, die Theißblüte im Frühsommer. Streng geschützte Bereiche, etwa der See in Kardoskút, dürfen nur mit Genehmigung betreten werden; die Beobachtungstürme und Lehrpfade sind dafür gedacht. Kombinieren lässt sich der Besuch mit dem Nationalpark Kiskunság im Norden oder dem Pusztaszer-Gedenkpark bei Szeged.

Häufige Fragen zu Körös-Maros-Nationalpark