
Was ist das Weinbaugebiet Etyek-Buda?
Westlich der ungarischen Hauptstadt liegt zwischen Budaer Bergen, Vértes und dem Velencer See das Weinbaugebiet Etyek-Buda, ungarisch Etyek-Budai borvidék. Es vereint zwei geologisch ähnliche Teilgebiete, Etyek und Buda, dazu die Hügel am Velencer See, die sich geologisch unterscheiden. Seit 1990 besteht es als Weinbaugebiet, seinen heutigen Namen trägt es seit 1997.
Es ist ein Weißweingebiet, und beide Teilgebiete, Etyek und Buda, erzeugen vor allem Weißwein. Die Weine sind leicht, aber gehaltvoll, haben eine frische Säure und passen zu heutigen Trinkgewohnheiten. Dazu kommt der Sekt, für den die Gegend seit dem 19. Jahrhundert die Grundweine liefert. Die Nähe zu Budapest macht das Gebiet zu einem beliebten Ziel für Tagesausflüge und Weinreisen. Die Hauptstadt stellt die Seite Budapest vor.
Zu den Orten des Gebiets zählen Etyek, Tök, Bia, Torbágy, Bicske, Pákozd, Sukoró, Nadap, Velence, das Vál-Tal, die Gegend um Zsámbék, Budajenő und Alcsútdoboz. Das historisch berühmte Budaer Weinbaugebiet im Stadtgebiet von Budapest hat mit dem heutigen Gebiet außer einem Teil des Namens keine historische oder geografische Verbindung. Der Name Buda steht heute für das Teilgebiet westlich der Stadt.
Welche Böden prägen die Weine?
Das Gebiet besteht aus zwei Teilen, Etyek und Buda, die sich in der Geologie ähneln. Die Velencer Hügel sind dagegen anders aufgebaut.
Im Buda-Teilgebiet besteht der Untergrund vor allem aus älterem Dolomit und Kalkstein, dem Dachsteinkalk. Darüber liegen meist Sandstein und junger Kalkstein. Im Etyeker Teil tritt der Dachsteinkalk nur an wenigen Stellen auf. Der Untergrund ist lockerer, poröser Kalkstein, in den die Kellerreihen von Etyek gegraben wurden. Das ist ein Merkmal, das die Ortschaft bis heute prägt: lange Reihen von Kellern in den Hang, in denen Wein lagert.
In beiden Teilgebieten liegen darüber tonige Mergelablagerungen aus dem Oberen Miozän, bedeckt von Löss und Sand. So entsteht der typische lehmige Boden mit hohem Gehalt an aktivem Kalk. Kalk gibt dem Wein Frische und eine mineralische Prägung. Löss ist ein feiner, vom Wind abgelagerter Staub, der Wasser gut speichert.
Die Velencer Hügel bestehen aus tiefem magmatischem Granit mit gelegentlichem Andesit. Löss findet sich dort nur am Fuß der Hügel. Bei Sukoró ist in einem alten Steinbruch ein Andesitgang zu sehen. Die vulkanischen Berge anderswo beschreibt die Seite Mátra-Gebirge.

Wie wirkt sich das Klima auf den Wein aus?
Auf den Hochflächen und an den Hängen weht häufig Wind. Er bringt dem Gebiet eine hohe Produktionssicherheit, vor allem gegenüber Pilzkrankheiten, weil das Laub schnell abtrocknet. Nennenswerte Frostschäden sind selten. Die Jahresmitteltemperatur liegt etwas unter dem Landesdurchschnitt, die Niederschläge nahe am Durchschnitt.
Das kühlere Klima ist ein Grund für den Stil der Weine: frisch, leicht und mit lebendiger Säure. Es erklärt auch, warum das Gebiet für Sekt so geeignet ist, denn Sektgrundweine brauchen Säure. Das Klima des ganzen Landes schildert die Seite Klima in Ungarn.
Wie entwickelte sich der Weinbau?
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts siedelten sich deutsche Familien in Etyek, in der Gegend von Zsámbék und in Dörfern nahe den Velencer Hügeln an. Sie entwickelten die Landwirtschaft und pflanzten die ersten modernen Reben. 1755 pflanzte Ignác Grosszinger, Pfarrer von Vál, als Erster im Vál-Tal nach der osmanischen Zeit wieder Weinstöcke. Die Siedlungsgeschichte dieser Zeit beschreibt die Seite 16. bis 19. Jahrhundert.
An den Südhängen der Velencer Hügel blühte der Weinbau schon im Mittelalter. Aufzeichnungen zur Schlacht von Pákozd vom November 1593 erwähnen Keller voller Most und Wein. Im 18. Jahrhundert war der Wein die wichtigste Einnahme der örtlichen Pfarreien. 1851 schrieb Elek Fényes, der Velencer Weinberg bringe guten Weißwein hervor, 1855 schrieb Károly Galgóczi, der Sukoróer Berg liefere guten Wein und Baustein. In den 1860er Jahren blühte der Weinbau um Etyek auf, und das Gebiet wurde nach und nach zum Weingarten von Budapest.
Vor der Reblaus bedeckten Weinberge 1.049 Katastraljoch, ein altes ungarisches Flächenmaß. Viele wurden von dem Schädling zerstört. Der Pákozder „Külső-szőlő“ überstand die Reblaus dank seines sandigen Bodens, und dort begann der Wiederaufbau. Das Gut Vál der Familie Dreher hatte Anfang des 20. Jahrhunderts 55 Joch Weinberge, einen großen modernen Keller und füllte Wein ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg starben die Weinberge im Vál-Tal nach und nach aus. Heute gehören kleine Handwerkskeller an den Nordhängen des Velencer Sees zum Gebiet.

Wie kam der Sekt nach Budafok?
József Törley lernte an der Akademie in Graz und arbeitete in Reims bei Théophile Roederer. 1880 kam er auf einer Einkaufsreise für Grundweine nach Budafok und erkannte, wie gut sich die Gegend für Sekt eignete. Er kaufte Weinberge und ein Presshaus und verlegte 1882 seine Reimser Fabrik dorthin. Die Grundweine stammten vor allem aus der Umgebung von Etyek.
Auf dem Höhepunkt füllte die Fabrik rund eine Million Flaschen Sekt im Jahr. 1907 starb Törley bei einem Urlaub in Belgien völlig überraschend, sein Mausoleum steht im Garten des Törley-Schlosses. 1944 zerstörte ein Bombentreffer die Fabrik, 1949 wurde sie verstaatlicht. Seit 2005 gehört sie der Törley Pezsgőpincészet Kft. Die Entwicklung im 20. Jahrhundert insgesamt zeigt die Seite 20. Jahrhundert.
Was zeichnet die Hügel am Velencer See aus?
Die Velencer Hügel gehören zum Gebiet, unterscheiden sich aber im Gestein. Während Etyek und Buda auf Kalkstein und Mergel liegen, bildet hier Granit mit gelegentlichem Andesit den Untergrund, und Löss bedeckt nur den Fuß der Hänge. An den Südhängen wurde schon im Mittelalter Wein gebaut, in den Orten Pákozd, Sukoró, Nadap und Velence stehen heute Weinberge und kleine Keller.
Dass der Wein hier schon früh wichtig war, zeigen die Quellen: Die Pfarreien lebten im 18. Jahrhundert vor allem von den Trauben, und im 19. Jahrhundert lobten Chronisten die Weine von Velence und Sukoró. Der sandige Boden des Pákozder Külső-szőlő rettete einen Teil der Reben vor der Reblaus. Heute prägen kleine Handwerkskeller an den Nordhängen des Velencer Sees das Bild. Die Königsstadt am Rand des Sees stellt die Seite Székesfehérvár vor.
Welche Regeln gelten für Wein und Sekt?
Seit 2020 bestehen zwei Produktspezifikationen mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Die allgemeine Etyek-Budai OEM umfasst Stillwein und Sekt, die davon getrennte Etyeki Pezsgő OEM nur den Etyeker Sekt. Beide sind nicht zu verwechseln.
Die allgemeine Spezifikation stellt an Stillweine keine strengen Auflagen. Sie grenzt 68 Lagen ab und führte den Weintyp „Friss“ sowie den Sekt ein. 2016 kam der Perlwein (gyöngyöző bor) hinzu, im Lauf der Jahre wurden einzelne Orte ergänzt. Sekt darf nach allen drei Herstellungsverfahren entstehen und muss mindestens neun Monate auf der Flasche reifen. Zu den Verfahren zählen die Flaschengärung, bei der die Perlage in der Flasche selbst entsteht, und Methoden, bei denen die zweite Gärung im Tank stattfindet.
Strenger ist der Etyeker Sekt. Bei der traditionellen Methode gärt der Grundwein ein zweites Mal in der Flasche, die Kohlensäure bleibt dort gebunden, und die lange Reife auf der Hefe prägt Duft und Feinheit der Perlen. Das Rohmaterial muss ausschließlich aus den Weinbergen von Etyek stammen. Erlaubt ist nur die traditionelle Flaschengärung (méthode traditionnelle), die Mindestreife auf der Flasche beträgt 24 Monate. Zugelassen sind nur vier Rebsorten: Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder (ungarisch Szürkebarát) und Spätburgunder. Der Sekt wird ausschließlich als Brut erzeugt. Die Regeln machen den Sekt am Etikett erkennbar. Wer „Etyeki Pezsgő“ liest, kauft ein Produkt, das aus einer Region stammt, nach der klassischen Methode reifte und aus Sorten gemacht ist, die auch in der Champagne wachsen.
Welche Lagen sind bekannt?
Eine Lage heißt auf Ungarisch „dűlő“, das ist ein klar abgegrenzter Weinberg mit eigenem Namen. Die allgemeine Herkunftsbezeichnung grenzt 68 solcher Lagen ab. Sie unterscheiden sich in Ausrichtung, Höhe und Tiefe des Bodens, wie die folgenden Beispiele zeigen, und geben dem Wein aus ihnen jeweils einen eigenen Charakter.
Der Öreg-hegy bei Etyek ist der Inbegriff der Etyeker Weinberge. Er liegt nach Südosten, hat Kalkstein im Untergrund und tiefen Braunerde-Boden, der Wasser gut hält. Unter ihm liegen viele Etyeker Keller. Ähnlichen Boden hat das Szép-völgy, ebenfalls bei Etyek.
Bei Alcsútdoboz liegt der Nagy-Látó-hegy mit Kalkuntergrund, Löss und tiefer brauner Waldbodenerde. Er ist nach Südwesten ausgerichtet und durch einen Waldstreifen vom Kis-Látó-hegy getrennt, der südöstlich davon liegt. Bei Budajenő liegt das Körte-völgy auf 225 bis 255 Metern Höhe, nach Südwesten geneigt und im Osten vom Wald begrenzt. Es ist fast plateauartig, der Hang ist schwach. Der Öreg templom völgy ebenfalls bei Budajenő liegt auf 195 bis 255 Metern, mit Kalkstein und brauner Waldbodenerde.
Welche Weine und Erzeuger prägen das Gebiet?
Etyek heißt oft das „ungarische Champagne“, weil Boden und Klima der Champagne ähneln und viele angebaute Sorten dieselben sind wie dort. Die Weinlandschaft ist in drei Gruppen gegliedert: große Erzeuger bei Tök mit frischen, preiswerten Weinen, ein wachsender Betrieb in Etyek, der auch Veranstaltungen ausrichtet, und kleine Handwerkskeller an den Nordhängen des Velencer Sees.
Wer Etyek besucht, erlebt Weinbau in Hanglage und in Kellerreihen. Der Weinbau im Land insgesamt kommt auf der Seite Ungarischer Wein zur Sprache, den berühmten Rotwein aus Eger im Vergleich der Beitrag Egri Bikavér, das Süßweingebiet im Nordosten der Beitrag Tokajer Wein.
Wie verbinde ich Etyek mit anderen Zielen?
Das Weinbaugebiet liegt so nah an Budapest, dass es sich als Ausflug in einen Tag verbinden lässt. Von der Hauptstadt aus erreicht man Etyek westwärts auf der Straße Richtung Székesfehérvár. Die Königsstadt Székesfehérvár liegt auf der anderen Seite des Velencer Sees. Nördlich schließt sich das Donauknie an, dessen Berge die Seite Pilis und Visegrader Berge beschreibt, südwestlich liegt der Plattensee mit weiteren Weingebieten.
Wer Sekt probieren möchte, achtet auf den Hinweis „Etyeki Pezsgő“ auf dem Etikett.