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Bükk-Nationalpark und Lillafüred

Der Bükk-Nationalpark in Nordungarn wurde am 1. Januar 1977 als dritter Nationalpark des Landes und als erster im Gebirge gegründet. Er umfasst fast das ganze Bükk-Gebirge mit rund 42.000 Hektar, davon 94 Prozent Wald. Bekannt sind die Höhlen von Lillafüred, das Besucherzentrum Szeleta Park in Miskolc und der Millenniums-Aussichtsturm bei Szilvásvárad.
Buchenwald im Bükk-Gebirge in Nordungarn mit bemoosten Kalksteinfelsen und einem Waldpfad im weichen Herbstlicht, ohne Menschen

Was ist der Bükk-Nationalpark?

Der Bükk-Nationalpark liegt im Norden Ungarns zwischen Eger und Miskolc und umfasst fast das gesamte Bükk-Gebirge. Per Beschluss Nr. 18/1976 des Landesamts für Naturschutz, der am 28. Dezember 1976 im Amtsblatt erschien, entstand zum 1. Januar 1977 mit 38.774,6 Hektar geschütztem Gebiet der dritte Nationalpark des Landes und zugleich der erste, der Gebirge schützt. Das Gebiet wurde später zweimal vergrößert: 1984 um den südwestlichen Gipfel des Bél-kő, der vom Steinbruchbetrieb ausgenommen wurde (rund 39,8 Hektar), und 1996 um 3.019,8 Hektar im Südosten zwischen Kisgyőr und Bükkszentkereszt.

Heute beträgt die Fläche nach der Rechtsverordnung 41.834,2 Hektar, nach dem Grundbuch 42.269 Hektar. 94,27 Prozent sind Wald, 3,35 Prozent Wiesen und Weiden, nur 0,42 Prozent Ackerland. Zwei Drittel des Gebiets (65 Prozent) liegen im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, ein Drittel (35 Prozent) im Komitat Heves. Im Park selbst gibt es nur drei kleine Siedlungen mit Dauerbewohnern: Répáshuta, Ómassa und Felsőhámor, das als Lillafüred bekannt ist. Dort leben zusammen weniger als 5.000 Menschen, in den umliegenden Orten rund 250.000. Die Parkverwaltung hat ihren Sitz in Eger-Felnémet, nachdem sie bis 1979 in Miskolc gewesen war. Die Stadt Eger ist der naheliegende Ausgangspunkt für eine Reise in den Südwesten des Gebirges.

Am Fuß des Gebirges liegt Miskolc, zu dem auch Lillafüred und die Burg Diósgyőr gehören.

97,7 Prozent der Parkfläche gehören dem Staat; bewirtschaftet wird sie fast ausschließlich von zwei Forstbetrieben. Der Gründungsbeschluss verpflichtet den Park, das abwechslungsreiche Bild der Mittelgebirgslandschaft zu bewahren, mit Felsformationen, Höhlen, Dolinen, Quellen, Bächen, artenreichen Bergwiesen und seltenen Waldtypen. Dazu kommen der Erhalt der Kulturwerte der Landschaft, die Forschung und die Erholung in der Natur.

Wie entstand die Karstlandschaft des Bükk?

Das Bükk besteht großenteils aus Kalkstein, und genau das prägt seine Landschaft. Das im Kalkgebiet versickernde Wasser tritt am Rand in Karstquellen wieder zutage. Aus ihrem Wasser scheidet sich oft Kalktuff ab, und über die Tuffbarrieren fließendes Wasser bildet kleine Wasserfälle. Der Wasserfall des Szinva-Bachs hat einen Hügel aus Quellkalk aufgebaut, dessen Hohlräume die Anna-Höhle in Lillafüred bilden. Am Rand des Gebirges tritt in abgesunkenen, mit jungen Sedimenten bedeckten Kalken warmes Karstwasser in lauwarmen Quellen zutage; stellenweise holten Tiefbohrungen das 13.000 bis 15.000 Jahre alte warme Karstwasser nach oben. Das Karstwasser spielt zudem eine große Rolle für die Trinkwasserversorgung der Umgebung.

Das Bükk gehört zu den kühlen Bergregionen Ungarns. Mit Ausnahme des Bükkhát und des Vorlands sind die Winter in den Bergen lang und kalt, die Härte wird durch viele klare Tage gemildert. Der Frühling kommt gegenüber den benachbarten Tiefländern und Hügelländern später. Von den durchschnittlich 600 bis 800 Millimetern Jahresniederschlag fällt ein Fünftel im späten Frühjahr und frühen Sommer. Eine Übersicht zum Klima des Landes finden Sie auf der Seite Klima und beste Reisezeit.

Innerhalb des Parks gibt es streng geschützte Zonen mit außerordentlichen Natur-, Kultur- und Landschaftswerten. Dazu zählen die Burg Dédes und ihre Umgebung, das Csondró-Tal und die Látó-kövek, die Garadna-Seite und das Három-kúti-Tal, die Oberfläche der Szent-István-Höhle in Lillafüred, die Szinva-Seite, das Sebes-víz-Tal, die Umgebung von Jávorkút, die Nagy-mező, das Kő-völgy bei Cserépváralja, das Hór-Tal sowie das Ablakos-kő-Tal und das Leány-völgy. Die geschützten Zonen betreten Sie nur auf ausgewiesenen Wegen.

Was erwartet Sie in der Anna-Höhle und der Szent-István-Höhle?

Lillafüred liegt im Osten des Gebirges bei Miskolc und ist der bekannteste Ort für Besucher des Parks. Hier zeigt die Parkverwaltung zwei Höhlen, die sich stark unterscheiden.

Die Anna-Höhle liegt neben dem Wasserfall von Lillafüred. Weltweit sind nur wenige vergleichbare Höhlen zugänglich. Sie wurde 1951 geschützt, 1982 unter strengen Schutz gestellt. Der Eingang befindet sich auf der untersten Ebene des Hängenden Gartens unter dem Palota-Hotel, direkt am Szinva-Wasserfall; die Kasse liegt eine Ebene höher im Turmgebäude. Die Gänge sind 570 Meter lang, davon werden 208 Meter gezeigt. Die einzigartige Höhle entstand im Kalktuff, den das Wasser der Szinva-Quelle abgeschieden hat. Der Hohlraum ist so alt wie das Gestein, dessen Bildung vor 150.000 bis 200.000 Jahren begann und bis heute andauert. Auf der Tour sehen Sie Pflanzenfossilien, also versteinerte Pflanzenteile, und an vielen Stellen Spuren künstlicher Eingriffe. Die sehr ergiebige Anna-Quelle im gesperrten Bereich der Höhle liefert einen bedeutenden Teil des Trinkwassers von Miskolc. Von den Fledermäusen begegnen Ihnen vor allem Große und Kleine Hufeisennasen.

Die Szent-István-Höhle öffnet sich 3,5 Kilometer von Miskolc entfernt; ihr Eingang liegt 500 Meter vom Palota-Hotel an der Straße Eger–Miskolc. Sie ist streng geschützt, ihre Gänge messen zusammen 1.514 Meter bei 101 Metern Höhenunterschied. Gezeigt werden 170 Meter, Hin- und Rückweg zusammen 340 Meter. Die Höhle ist eine zeitweise aktive Quellhöhle, geformt vom Karstwasser, das aus dem Gebiet Létrás-lápa–István-lápa auf der Nagy-fennsík durch Schlucklöcher in die Tiefe gelangt. Neben besonderen Lösungsformen wie dem „Mammutgebiss“ und dem „Schwiegermutterrachen“ beeindrucken schöne Tropfsteine. Sie entstand im mittleren bis oberen Triaskalk der Fehérkő-Kalkformation. Ottokár Kadić beschrieb und benannte sie 1913 erstmals wissenschaftlich, als er sich an einer Strickleiter hinabließ. Der Ausbau der Gehwege begann 1927, im August 1931 wurde die Höhle für die Öffentlichkeit geöffnet.

Praxistipp – Beide Höhlen haben das ganze Jahr etwa 10 Grad. Tragen Sie warme Kleidung und fotografieren Sie ohne Blitz. Die Führung dauert rund 30 Minuten. Eintrittskarten gibt es an der Kasse vor Ort; online lässt sich nur die Führung um 12 Uhr (Anna-Höhle) beziehungsweise um 10 Uhr (Szent-István-Höhle) buchen. Wer mit der Miskolc Pass-Karte kommt, meldet sich mindestens zehn Minuten vor dem Start an der Kasse.

Zur Anna-Höhle gelangen Sie von Miskolc mit Bus oder Straßenbahn Linie 1 bis Felső-Majláth und dann mit Bus 5 oder 15 bis zum Palota-Hotel. Parken können Sie am Hámori-See oder rund 600 Meter entfernt an der Straße Eger–Miskolc.

Wann sind die Führungen, und was ist die Heilhöhle?

Geführte Touren der Szent-István-Höhle beginnen jeden Tag zur vollen Stunde. Im Sommer (1. April bis 30. September) laufen sie von 9 bis 17 Uhr, im Herbst (1. Oktober bis 1. November) von 9 bis 15 Uhr und im Winter (2. November bis 31. März) von 9 bis 14 Uhr. Prüfen Sie die Zeiten vor der Anreise.

Die Szent-István-Höhle trägt den Titel der ältesten Heilstätte des Landes. Ihr Abschnitt Fekete-terem (Schwarzer Saal), 1991 als Heilhöhle eingestuft, steht seit Juni 2024 wieder Besuchern und Heilungsuchenden offen. Die Luft der streng geschützten, vollständig erneuerten Höhle ist rein, pollenfrei und fast 100 Prozent feucht; dazu kommen die gleichmäßigen etwa 10 Grad und die beruhigende Wirkung der Höhlenumgebung auf das Nervensystem. Von den 1990er-Jahren bis 2020 gab es hier mit Miskolcer Gesundheitseinrichtungen Atem- und Höhlentherapie für Gruppen von 20 bis 30 Personen; die Pandemie unterbrach das Angebot. Seit dem 1. Januar 2025 organisiert die Parkverwaltung die Aufenthalte wieder selbst, mit Einzeltickets und Fünferkarten. Weitere Heilbäder und Kurorte des Landes finden Sie im Bereich Wellness.

Welche Besucherzentren und Aussichtspunkte gibt es?

Der Park betreibt mehrere Schauplätze, die sich gut zu einer Reise kombinieren lassen.

  • Szeleta Park in Miskolc: Das jüngste Besucherzentrum der Parkverwaltung trägt den Namen der Höhle Szeleta, nach der die weltberühmte Szeleta-Kultur benannt ist. Die Ausstellung „Die jahrtausendealten Geheimnisse der Bükker Höhlen – Die Natur des Urmenschen“ zeigt die Naturschätze des Bükk, seine besondere Erdgeschichte, Wasserwelt und das Höhlensystem, die Kaptárkő-Felsen, Pflanzen und Tiere und die Szeleta-Kultur als Wiege der ungarischen Urmenschforschung, mit interaktiven Flächen und 2D-/3D-Filmen. Im Haus gibt es das Indoor-Spielhaus „Steinzeit-Karstabenteuer“ für Kinder von 4 bis 14 Jahren, vor dem Haus zwei Spielplätze.
  • Millenniums-Aussichtsturm bei Szilvásvárad: Der hölzerne Turm wurde am 20. August 2000 übergeben. Von der Terrasse sehen Sie das Relief des Bükk, das Szalajka-Tal, Waldflächen und im Norden die Dächer von 13 Bergdörfern; bei klarem Wetter erscheinen die Berge der Slowakei und die Gipfel der Hohen Tatra. Der Turm ist 36 Meter hoch bis zur Fahnenspitze, die Terrasse liegt auf 20 Metern. Verbaut sind 16.000 Schrauben, 32.000 Muttern, 138 Kubikmeter sibirische Lärche, 1,8 Tonnen Kupferblech und 330 Kubikmeter Beton im Fundament. Bei Gewitter, Nebel und Eisbildung bleibt er geschlossen.
  • Informationshaus im Szalajka-Tal: Es liegt in Szilvásvárad am asphaltierten Spazierweg neben dem Wildpark. Die Ausstellung zeigt Natur und Naturschutz im Tal, mit Schmetterlingssammlung, „Steinstreichelzoo“ und Spurenraten. Ein Laden verkauft Karten, Lehrpfadhefte und Produkte der Parkvertragspartner aus Szilvásvárad und Umgebung.
  • Besucherzentrum Westtor in Felsőtárkány: Die Ausstellung „Karst und seine Lebewelt“ zeigt am Seeufer (Ifjúság u. 34/1) Dioramen des Bükker Urwalds und der Nagy-mező sowie eine Rekonstruktion einer Urmenschenhöhle. Sie ist an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet; Gruppen kommen werktags nach Anmeldung.

Von Felsőtárkány führt ein asphaltierter Weg durch das Gyetra-Tal zur Esztáz-kő-Höhle (3,5 Kilometer). Sie ist ein Ziel für Radfahrer: zu Fuß dauert der Weg etwa eine Stunde, mit dem Rad rund 20 Minuten. Die Höhle bietet kleine, aber eindrucksvolle Tropfsteine; sie hat weder Beleuchtung noch Betonweg, hat 9 bis 10 Grad und wird nur mit Führern aus der Parkverwaltung betreten (5 bis 9 Personen, rund 30 Minuten). Helm und Stirnlampe stellen die Führer. Weitere unausgebaute Höhlen sind nur nach Anmeldung zugänglich, Teilnehmer müssen älter als sechs Jahre sein.

Wie verbinden Sie den Park mit Reisezielen in Nordungarn?

Der Park liegt in der Region Nordungarn, zu der auch die Baradla-Höhle bei Aggtelek und das Welterbedorf Hollókő gehören. Für die Planung bieten sich zwei Schwerpunkte an: Rund um Miskolc und Lillafüred stehen Höhlen, Seen und das Szeleta-Zentrum im Vordergrund, im Raum Eger und Felsőtárkány Wanderungen, das Westtor-Zentrum und die Esztáz-kő-Höhle. Den Wein der Region Eger stellt die Seite Egri Bikavér vor.

Mehrere Bükker Besuchsorte sind nur zeitweise geöffnet oder nur mit Anmeldung zugänglich. Tourinformationen, Veranstaltungskalender und aktuelle Zeiten veröffentlicht die Parkverwaltung auf ihrer Webseite. Fotografieren Sie in den Höhlen ohne Blitz, bleiben Sie in den streng geschützten Gebieten auf den Wegen und prüfen Sie vor Wanderungen das Wetter, denn der Aussichtsturm schließt bei Unwetter.

Häufige Fragen zu Bükk-Nationalpark und Lillafüred