Ungarn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, hat den Euro aber bis heute nicht eingeführt – einen festen Zeitplan dafür gibt es nicht. Wer hierherreist, sollte sich deshalb kurz mit der Landeswährung vertraut machen. Das ist halb so wild: Bezahlen funktioniert im Alltag unkompliziert, und Ungarn gilt nach wie vor als vergleichsweise günstiges Reiseziel.
Mit welcher Währung bezahlt man in Ungarn?
Die offizielle und einzige gesetzliche Währung ist der ungarische Forint, abgekürzt HUF oder mit dem Zeichen „Ft“. In Touristenhochburgen und manchen Hotels wird zwar gelegentlich der Euro angenommen, doch der Wechselkurs ist dann meist schlecht und das Wechselgeld kommt in Forint zurück. Wer fair zahlen will, nutzt Forint – per Karte oder bar.
Welche Scheine und Münzen gibt es?
Banknoten sind im Umlauf zu 500, 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 und 20.000 Forint. Münzen gibt es zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Forint. Kleinere Filler-Werte wurden längst abgeschafft. Praktisch zu wissen: Der 20.000er ist der größte Schein – an kleinen Ständen oder im Taxi sollten Sie ihn besser nicht zücken, dort ist Wechselgeld knapp. Die Banknoten zeigen bedeutende Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte, etwa Könige und Staatsmänner, und sind in unterschiedlichen Farben gehalten, was das Auseinanderhalten erleichtert. Da die kleinste gebräuchliche Münze 5 Forint beträgt, werden Beträge an der Kasse beim Barzahlen auf die nächsten fünf Forint gerundet – bei Kartenzahlung entfällt diese Rundung. Es lohnt sich, beim Abheben oder Wechseln gezielt auch kleinere Scheine zu erbitten, damit Sie für Trinkgeld und kleine Einkäufe gewappnet sind.
Wie steht der Wechselkurs zum Euro?
Der Forint schwankt spürbar. In den letzten Jahren pendelte ein Euro grob zwischen 350 und 400 Forint. Eine einfache Faustregel zum Kopfrechnen: Teilen Sie den Forint-Betrag durch rund 400, dann liegen Sie auf der sicheren Seite beim Europreis. Ein Kaffee für 1.200 Ft entspricht damit etwa 3 Euro, ein Mittagessen für 6.000 Ft rund 15 Euro. Den tagesaktuellen Kurs prüfen Sie am besten kurz vor der Reise.
Sollte ich mit Karte oder bar zahlen?
Beides hat seinen Platz. In Städten, Restaurants, Supermärkten und Tankstellen ist Kartenzahlung – kontaktlos mit Visa, Mastercard oder Smartphone – heute Standard und oft sogar der bequemste Weg, weil die Bank zum fairen Kurs abrechnet. Etwas Bargeld sollten Sie dennoch dabeihaben: für Märkte, kleine Cafés, Trinkgeld, Parkautomaten oder den Bäcker auf dem Land. Geldautomaten (Bankomat) sind flächendeckend vorhanden; ziehen Sie Forint am Automaten einer großen Bank, das ist günstiger als Wechselstuben.
Wo wechselt man am besten Geld?
Wechselstuben gibt es reichlich, besonders rund um den Plattensee und in Budapest. Achten Sie auf den ausgewiesenen Kurs und mögliche Gebühren – beides kann den Unterschied ausmachen. Vorsicht bei Wechselstuben am Flughafen oder an touristischen Hotspots: Sie locken mit auffälligen Schildern, rechnen aber oft schlechter ab. Am unkompliziertesten ist meist der Bargeldbezug am Geldautomaten oder schlicht das Bezahlen per Karte.
Wie viel Trinkgeld ist üblich?
In Restaurants, Cafés und Taxis sind rund 10 Prozent ein höflicher Richtwert. Prüfen Sie aber die Rechnung: Manche Lokale schlagen bereits einen Servicezuschlag (szervízdíj) auf – dann entfällt das zusätzliche Trinkgeld. Üblich ist, den Betrag direkt beim Bezahlen zu nennen oder passend in bar zu hinterlassen. In Ungarn gilt es als unüblich, das Trinkgeld einfach auf dem Tisch liegen zu lassen; nennen Sie stattdessen der Bedienung den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld. Auch in Bädern, beim Friseur oder bei Stadtführungen ist ein kleiner Zuschlag für guten Service gern gesehen, aber nirgends verpflichtend.
Warum sollte ich die Euro-Sofortumrechnung ablehnen?
Viele Automaten und Kartenterminals bieten an, den Betrag direkt in Euro abzurechnen – die sogenannte „dynamische Währungsumrechnung“ (DCC). Klingt bequem, ist aber fast immer teurer, weil der Anbieter einen schlechten Kurs ansetzt; je nach Terminal kommen mehrere Prozent Aufschlag auf den Tageskurs zusammen. Wählen Sie im Zweifel stets die Abrechnung in Forint; dann rechnet Ihre eigene Bank zum üblicherweise besseren Kurs um. Die Frage taucht typischerweise als letzter Schritt vor der Bestätigung auf – also genau hinschauen und „in Landeswährung zahlen“ wählen. Achten Sie außerdem bei der Kreditkarte auf mögliche Auslandsgebühren Ihres Anbieters: Viele Reisekarten und Direktbanken erheben hier nichts, klassische Hausbanken oft ein bis zwei Prozent. Auch beim Abheben am Automaten lohnt der Blick auf die Gebührenanzeige, denn manche Betreiber verlangen eine feste Abhebegebühr, die bei kleinen Beträgen besonders ins Gewicht fällt – größere Summen seltener abzuheben ist dann günstiger.
Sollte ich Geld vorab in Deutschland wechseln?
Für die meisten Reisenden lohnt es sich nicht, größere Summen schon zu Hause in Forint zu tauschen. Die Wechselkurse deutscher, österreichischer und Schweizer Banken für den Forint sind oft ungünstig, und am Geldautomaten vor Ort kommen Sie meist näher an den realen Marktkurs heran. Sinnvoll ist allenfalls ein kleiner Startbetrag von vielleicht 50 bis 100 Euro in Forint, damit Sie bei der Ankunft sofort den Parkschein, das Busticket oder einen Imbiss bezahlen können, ohne erst einen Automaten suchen zu müssen. Den Großteil heben Sie dann bequem vor Ort ab oder zahlen direkt per Karte. Wer mit Bargeld reist, sollte größere Scheine in den ersten Tagen aufbrechen, da an kleinen Ständen und im Taxi selten gewechselt werden kann.
Wird Ungarn den Euro einführen?
Ungarn hat sich mit dem EU-Beitritt grundsätzlich verpflichtet, den Euro irgendwann einzuführen, einen verbindlichen Termin gibt es jedoch nicht. Die Regierung verweist auf die wirtschaftliche Lage und hält am Forint fest; an den dafür nötigen Stabilitätskriterien wird weiter gearbeitet. Für Reisende bedeutet das: Auf absehbare Zeit bleibt der Forint die Währung des Alltags, und ein Umtausch oder die Kartenzahlung in Landeswährung gehört zur Reisevorbereitung dazu. Da der Forint frei gehandelt wird, schwankt sein Kurs je nach wirtschaftlicher Entwicklung – ein günstiger Wechselkurs kann eine Ungarn-Reise zusätzlich attraktiv machen.
Wie hoch ist das Preisniveau in Ungarn?
Ungarn ist für deutsche, österreichische und Schweizer Gäste in vielen Bereichen noch günstig – vor allem bei Essen, Wein und den berühmten Thermalbädern. Restaurantbesuche und Lebensmittel kosten spürbar weniger als zu Hause. In Budapest sind touristische Preise allerdings angezogen, und importierte Markenwaren liegen auf westeuropäischem Niveau. Unterm Strich bleibt Ungarn ein preiswertes Reiseziel mit gutem Gegenwert.
Ein paar Beispiele zur Orientierung – als grobe Spannen, denn Preise schwanken je nach Ort und Saison: Ein einfaches Mittagsmenü in einem Lokal abseits der Touristenpfade kostet oft umgerechnet 8 bis 14 Euro, ein Glas guten ungarischen Weins zwei bis vier Euro, eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Budapest unter einem Euro. Wer auf Märkten einkauft, selbst kocht und in einer Csárda auf dem Land speist, reist erstaunlich preiswert. Teurer wird es dort, wo viele Touristen unterwegs sind – etwa an den bekanntesten Plätzen der Hauptstadt oder in den großen Thermalhotels zur Hochsaison. Mit etwas Planung lässt sich ein Ungarn-Urlaub aber nach wie vor zu sehr fairen Kosten gestalten.
Ein Wort zur Kursentwicklung: Weil der Forint in den vergangenen Jahren gegenüber dem Euro tendenziell schwächer geworden ist, profitieren Reisende aus dem Euroraum oft von einer günstigen Umrechnung – das gefühlte Preisniveau im Urlaub ist dadurch teils niedriger, als es die ungarische Inflation vor Ort vermuten ließe. Umgekehrt können kräftige Kurssprünge die Preise binnen weniger Monate verändern. Es lohnt sich deshalb, kurz vor der Reise einen Blick auf den aktuellen Wechselkurs zu werfen und das Reisebudget entsprechend grob zu kalkulieren. Wer flexibel ist, reist in der Nebensaison günstiger und meidet die teuersten Touristenmonate.
Mehr über Mentalität, Sprache und Alltag des Landes lesen Sie im Überblick zu Land & Leute. Praktische Hinweise zu Anreise, Vignette und Reisezeit bündelt die Seite Reiseinformationen Ungarn. Den tagesaktuellen Referenzkurs des Forint veröffentlichen die Notenbanken.
Häufige Fragen zur Währung in Ungarn
Kann ich in Ungarn mit Euro bezahlen?
Vereinzelt ja, etwa in Hotels oder Touristenläden – aber zu schlechtem Kurs und mit Wechselgeld in Forint. Gesetzliche Währung ist der Forint. Zahlen Sie besser per Karte oder mit Forint-Bargeld.
Wie viel ist ein Euro in Forint wert?
Der Kurs schwankt; in den letzten Jahren lag ein Euro grob zwischen 350 und 400 Forint. Zum Überschlagen teilen Sie den Forint-Betrag durch rund 400. Den genauen Tageskurs zeigt jede Banking-App.
Sind Kreditkarten in Ungarn weit verbreitet?
Ja. In Städten, Restaurants und Geschäften ist kontaktloses Bezahlen mit Visa oder Mastercard Standard. Für Märkte, kleine Cafés und Trinkgeld empfiehlt sich trotzdem etwas Bargeld; Geldautomaten gibt es flächendeckend.
Hat Ungarn den Euro?
Nein. Ungarn ist seit 2004 EU-Mitglied, hat den Euro aber nicht eingeführt und keinen festen Termin dafür. Gesetzliche Währung bleibt der Forint. Vereinzelt akzeptierte Euro werden zu ungünstigem Kurs verrechnet, weshalb die Zahlung in Forint vorteilhafter ist.