Aufgrund der natürlichen Voraussetzungen ist Ungarn ein Agrarland. Doch setzte
bereits mit dem raschen Ausbau eines dichten Eisenbahnnetzes ab Mitte des 19.
Jahrhunderts in zahlreichen Städten,
besonders in Budapest, eine starke,
äußerst spezialisierte Industrialisierung ein, die bei schnell zunehmender
Verstädterung nach 1945 im Rahmen der Planwirtschaft energisch vorangetrieben wurde.
An Bodenschätzen ist Ungarn relativ arm; nur die Bauxitvorkommen
(Bauxitbergwerk im Süden des Bakony-Waldes) sind bedeutend (Aluminiumindustrie). Die
abgebaute Braunkohle deckte bis weit in die 1980er Jahre hinein den Eigenbedarf und
ist für die Energiegewinnung (Wärmekraftwerke) wichtig. Daneben gibt es kleinere
Steinkohlen-, Erz- (Uran bei Pécs), Erdöl- und Salzvorkommen.
2004 erwirtschaftete Ungarn ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von ca. 125
Milliarden Euro bei einer Wachstumsrate von ca. 3,9%. Mit ca. 4,17 Millionen
Arbeitskräften fielen vom BIP 3,3% auf die Landwirtschaft, 31,4% auf die Industrie
und 65,3% auf den Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenrate betrug 2004 etwa 5,9%.
Die Auslandsverschuldung betrug über 47 Milliarden Euro.
Die Exporte beliefen sich 2004 auf 45,5 Milliarden, die Importe auf 48,8
Milliarden Euro. Wichtigster Handelspartner im Im- und Export ist Deutschland,
gefolgt von Österreich.
Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Tourismus in Budapest, in der Pußta und
am Plattensee (Balaton). Ein stark
wachsender Touristiksektor ist der Heiltourismus, insbesondere Wellness in Ungarn, Zahnbehandlung und
Schönheitsoperation in Ungarn. Ein anderer Touristiksektor verzeichnet zwar nicht
das enorme Wachstum wie etwa in Thailand, nimmt aber an Bedeutung zu: romantische
Reisen, die zumeist von alleinreisenden Herren nach dem Motto „Frau aus Ungarn
gesucht“ unternommen werden.