„Das Meer der Ebene“ nannte der ungarische Dichters Sándor Petőfi die
ungarische Pußta. In dieser Gegend werden die meisten Sonnenstunden gezählt, Thermalwasser sprudelt reichlich.
Baja
Die Hafenstadt liegt am Donauarm Sugovica an der Staatsstraße 51. Deutsche,
Kroaten, Serben und Ungarn leben hier seit Jahrhunderten zusammen. Besonders
sehenswert sind das Rathaus, die
Franziskanerkirche mit Rokokoaltar, das Altarbild der Kirche St.
Peter und Paul, die Ikonostase der serbischen Kirche und das Gebäude der ehemaligen
Synagoge. Die von der Sugovica umschlossene Insel ist ein Touristenparadies. Es gibt Schwimmbad und
Tennisplatz, der Hafen liegt an der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße. Die berühmte
Fischsuppe von Baja ist im Guinnessbuch der Rekorde zu finden, jedes Jahr am zweiten
Samstag im Juli köchelt sie gleichzeitig in 2.000 Kesseln auf offenem Feuer.
Békéscsaba
Weltbekannt sind die schmackhafte Csabaer Wurst und die
berühmten Werke der Druckerei Kner. Das Munkácsy-Museum zeigt 15
Werke des großen ungarischen Malers aus dem 19. Jahrhundert, Mihály Munkácsy. Mit
500 Quadratmetern Wandmalerei von László Patay überrascht die
Herz-Jesu-Kirche die Besucher.
Bugac
Das Bugac-Biosphärenreservat ist Teil des Nationalparks Kiskunság. Das
Touristikzentrum veranstaltet Reitervorführungen (Geschicklichkeit,
Ausritte, Kutschfahrten). Das Hirtenmuseum gibt einen Überblick
über den Alltag der Hirten, ihre Schnitzereien und Hütten.
Csongrád
Die hübsche Stadt liegt am Zusammenfluss von Theiß und Körös. In der Innenstadt liegen
dreißig denkmalgeschützte Fischerhäuser aus dem 14. Jahrhundert.
Das Csongráder Landschaftshaus ist ein Fischerhaus mit Ofen und Kamin. Als
Freizeitmöglichkeiten bieten sich Schiffsausflüge auf der Theiß, Jogging und
Fahrradtouren am Theißufer sowie der
Besuch des Heilbades an.
Gyula
Blumen, Rosengärten, gepflegte Parkanlagen und romantische Promenaden prägen
die Stadt. Ihr Wahrzeichen ist die gotische Ziegelburg aus dem 15.
Jahrhundert. Eines der schönsten Heilbäder
Ungarns ist das Burgbad von Gyula mit mehreren Schwimmbecken.
Es liegt gegenüber der Burg in einem 8,5 Hektar großen Schlosspark. Das 72°C heiße
Heilwasser wird u. a. bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Entzündungen,
Frauenkrankheiten, Nervenschmerzen und Magenbeschwerden mit Erfolg angewendet. Die
Hundertjährige Konditorei von 1840 ist noch heute mit dem
Originalmobiliar eingerichtet und einen Besuch wert. Das ehemalige Wohnhaus des
Gründers der ungarischen Nationaloper ist heute ein Museum. Der Dürersaal wurde nach
Albrecht Dürer benannt, da Dürers Vater aus Gyula stammte. „Gyulai Kolbász“ ist die
beliebte Paprika-Dauerwurst.
Hajós
Dieses Dorf besteht aus 1.200 Kelterhäusern, die von den im Mittelalter hier
lebenden Schwaben erbaut wurden. In den Wein- und Kelterhäusern
kann man Unterkunftsmöglichkeiten und wohlschmeckende Weine finden.
Hódmezővásárhely
Gestickte Blumenmotive und handgearbeitete Keramiken gehören zur Volkskunst
dieser Stadt. Auf dem dem Kossuth-Platz steht das im eklektischen Stil erbaute
Rathaus. Die barocke reformierte Kirche stammt aus dem 18.
Jahrhundert. Das Hotel zum Schwarzen Adler und die Kreditbank sind historische
Gebäude. Die Synagoge trägt Merkmale des ungarischen Jugendstils. Unweit der Stadt
liegt die Mártélyer Feriensiedlung mit hervorragenden Wassersportmöglichkeiten.
Kalocsa
Kränze aus Paprika und zum Trocknen aufgehängte Paprikaschoten, handgemalte,
bunte Blumenmuster an den Häusern, hauchdünne, weiße Spitzen, Stickereien mit bunten
Blumenmustern und wunderschön bestickte Volkstrachten machten die über tausendjährige
Stadt weltweit bekannt. Im Haus der Volkskunst (Népművészeti Tájház) kann man
Stickereien und Trachten bewundern, das ungarische
Gewürzpaprika-Museum (Magyar Fűszerpaprika Múzeum) informiert über
Geschichte, Anbau und Verarbeitung von Paprika. Die erzbischöfliche
Basilika ist ein prächtiges Bauwerk. Die Bibliothek des
Erzbischofspalastes (Érseki Palota) umfasst über 150.000 Bände.
Kecskemét
Die Stadt an der Autobahn M5
wurde durch den Barackpálinka (Aprikosenschnaps) weltweit bekannt. Am Kossuth-Platz
stehen mehrere berühmte Gebäude. Das prachtvoll verzierte Rathaus
und der Cifra-Palast sind großartige Werke des ungarischen
Jugendstils. Die älteste Kirche ist die ursprünglich gotische
Franziskanerkirche Sankt Nikolaus. Die Piaristenkirche und das
Ordenshaus wurden im ungarischen Barockstil erbaut, die evangelische Kirche trägt
eklektische Merkmale. Das ungarische Fotomuseum stellt fast 3.000
Objekte aus. Die Schnapsbrennerei Zwack Unicum lädt zur
Besichtigung mit Obstlerprobe ein.
Kiskunfélegyháza
Besonders sehenswert ist das Rathaus, an dessen Wänden
farbenprächtige Steinblumen wachsen. Die Keramiken stammen aus der weltberühmten
Porzellanmanufaktur Zsolnay. Im Hof des Kiskun-Museums– vormals
Kerker – steht eine Windmühle mit vier Flügeln. Eines der schönsten Denkmäler der
Stadt ist die Barockkirche der Heiligen Jungfrau mit der Sichel (Boldogasszony-tenplom).
Kiskunhalas
Die berühmten, hauchdünnen Spitzen dieses Ortes an der Staatsstraße 53 fanden anlässlich der
Weltausstellung 1958 sogar in Brüssel, der Heimat der Spitzen, Anerkennung und
wurden mit dem „großen Preis“ ausgezeichnet. Im Spitzenhaus
(Csipkeház) sind die schönsten Exemplare zu bewundern. Neben der Kirche St. Peter
und Paul steht das berühmte Kreuz, an dem Jesus Christus nicht mit Nägeln, sondern
mit Seilen befestigt ist. Das örtliche Thermalbad ist ganzjährig geöffnet.
Kiskunmajsa
Gute Weine und Heilwasser machten
die Stadt berühmt. Das Kurbad Jonathermal bietet verschiedene
Heilbehandlungen an.
Lajosmizse
Die alte „Tanyacsárda“ bietet Spezialitäten der ungarischen Küche. Pferdevorführungen,
Einödpartys und temperamentvolle Zigeunermusik stehen auf dem Programm.
Empfehlenswert ist der Besuch eines typischen Gehöfts: zahlreiche Stallungen, viele
Tiere, Sommerküche, Taubenschlag, Wagenschuppen, Maisscheune schaffen herrliche
Pußta-Romantik, die den Ort an der Autobahn M5 besonders erlebenswert machen.
Mezőhegyes
Die Zucht der ungarischen Pferderasse „Nonius“ machte den Ort berühmt. Das
Institut des königlichen Gestüts (Királyi Ménesintézet) wurde 1784 gegründet. 60
agrarhistorische Denkmäler aus der späten Barockzeit befinden sich hier, z. B. zwei
Triumphbogen im Empirestil, die Reitschule, die ehemalige Kaserne der einstigen
Kavallerieoffiziere und das Gebäude der Kommandantur. Das
Kutschenmuseum beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung ungarischer
Kutschen und Gespanne und die typische Kleidung der Kutscher. Das größte
Dreschgebäude in Ungarn ist der riesige Getreidespeicher
(Öregcsűr), ein Bauwerk im Empirestil. In der Umgebung liegen schöne
Jagdreviere mit Fasanen, Hasen, Rehen und Hirschen. Am
Frosch-See kann man angeln.
Ópusztaszer
Hier fand die erste Ständeversammlung der ungarischen Stämme, die vor über
tausend Jahren in das Karpatenbecken einzogen und das Land besiedelten, statt.
Anführer war das Stammesoberhaupt Árpád, dessen Denkmal im Nationalen
Gedenkpark (Nemzeti Töréneti Emlékpark) steht. Eindrucksvoll ist das
monumentale, 1.769 Quadratmeter große Feszty-Rundbild, dass die Landnahme der Ungarn
darstellt. Im Gedenkpark stehen die Überreste des Klosters Szer. Aus 2.000
Einzelteilen wurde die schwere Gellért-Glocke wieder zusammengesetzt.
Orosháza-Gyopárosfürdő
Sehenswert sind die barocke evangelische Kirche aus dem Jahr 1786, die
Volkskunde- und Möbelausstellung im Stántó-Kovács-Museum, die Stadtgalerie, das
Rágyánsky-Arboretum und das Brunnenmuseum. In drei Kilometer Entfernung liegt das
Kurbad Gyopárosfürdő, dessen Heilwasser seit 1869 Linderung bei
Entzündungen und rheumatischen Leiden verschafft.
Szarvas
Berühmt ist das Arboretum von Szarvas. Auf 82 Hektar gedeihen 1.600
verschiedene Strauch- und Baumarten. Der bekannte Wissenschaftler Sámuel Tessedik
gründete vor 200 Jahren die Schule für Landwirtschaftskunde, heute
ein Museum. Die Trockenmühle funktioniert noch heute. Das nahegelegene „Alte Körös“
ist ein 30 km langes, stehendes Gewässer und ein Paradies für Wassersportler und
Angler.