Die nördliche Tiefebene ist ein ebenes Gebiet, das drei Komitate umfasst. Hier
liegt Debrecen, die zweitgrößte Stadt des
Landes, und der Nationalpark Hortobágy. Reizvolle Landschaften, eine vielfältige
Pflanzen- und Tierwelt, eindrucksvolle Baudenkmäler und Kunstschätze prägen die
Region. Zahlreiche Thermalwasservorkommen führten zum Bau mehrerer Heilbäder.
Hajdúböszörmény
Die charakteristische kreisförmige Anlage der alten Siedlung
ist originalgetreu erhalten: die Kirche im Zentrum wird von Wohnhäusern umsäumt,
geschützt von einem Grabensystem. Berühmt sind die speziellen
Lebkuchen des Städtchens.
Hajdúszoboszló
Seit 75 Jahren ist der Ort das „Mekka der Rheumakranken“ und einer der
beliebtesten Erholungsorte der Tiefebene. Im städtischen Heilbad
verspricht eine Heilkur von 2 bis 3 Wochen eine wesentliche Besserung des
Gesundheitszustands. Das Glockenhaus verfügt über eine Sammlung von
Aluminiumglocken. Im Töpferhaus wird u. a. schwarze Nádudvarer
Keramik gezeigt.
Hortobágy
Der 70.000 Hektar große Nationalpark Hortobágy wurde 1999 zum
UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Er bietet Lebensraum für Graurinder, Pferde,
Zackelschafe und Büffel. Mit einer Länge von über 167 Metern steht hier eine der
längsten erhaltenen Steinbrücken Europas. Nur zwei Kilometer von der Gemeinde
Hortobágy entfernt liegt Máta, wo seit 300 Jahren die berühmten
Nonius-Pferde gezüchtet werden.
Jászberény
Diese Gemeinde war jahrhundertelang das Zentrum der im 13. Jahrhundert aus dem
Irak eingewanderten Volksgruppe Jaszok. Den Turm der „Kirche der
Heiligen Jungfrau Maria“ schmückt die ungarische Krone. Im
Jász-Museum wird ein wertvolles geschnitztes Elfenbein-Horn
verwahrt. Thermal-, Heil- und Schwimmbad zählen zu den weiteren Attraktionen des Orts.
Máriapócs
In dem berühmten Marien-Wallfahrtsort befindet sich eine
griechisch-katholische Basilika, die durch ihr tränendes Madonnenbild viele Pilger anzieht.
Mezotúr
Bereits im Mittelalter war die Stadt wegen ihrer berühmten Töpfermeister und
der lebhaften Märkte bekannt. Das Turer Töpfermuseum (Túri Fazekas
Múzeum) zeigt die Geschichte der
Töpferei. Ein Baudenkmal ist die klassizistische Großkirche. Das Heilwasser versorgt Strand- und Heilbad der Stadt.
Nyírbátor
Die reformierte Kirche Sankt Georg aus dem 15. Jahrhundert ist
ein gotisches Meisterwerk. Das Geheimnis der berühmten Konzerte liegt im
wunderschönen Klang der Orgel und in der ausgezeichneten Akustik der Kirche. Die
römisch-katholische Minoritenkirche ist eine barock umgestaltete, ursprünglich
gotisch erbaute Kirche mit sehenswerter Barockschnitzerei.
Nyíregyháza
Im Zentrum dieses malerischen Städtchens steht eine barocke evangelische
Kirche. Der Nyírvíz-Palast, das Rathaus, das Hotel-Casino „Krone“ und das
Komitatshaus wurden im ungarischen Jugendstil erbaut. In vier Kilometer Entfernung
liegt der Kurort Nyíregyháza-Sóstófürdo, der seit 300 Jahren wegen
des natriumkarbonathaltigen Sees besucht wird.
Szatmárcseke
Der denkmalgeschützte Friedhof dieses Städtchens ist wegen
seiner bizarren Gräber berühmt. Insgesamt ragen 600 „Boot-Grabmale“ mit dem Bug in
den Himmel. Hier wurde auch Ferenc Kölcsey (1790–1838), der Reformator der
ungarischen Sprache und Verfasser der
ungarischen Nationalhymne, beigesetzt.
Szolnok
Die am Zusammenfluss von Theiß und
Zagyva gelegene Stadt ist ein Zentrum des Wassersports. Am toten Arm der Theiß wurde
eine Rodelbahn gebaut, an der Theiß gibt es öffentliche Badestrände. Der
alte Bahnhof ist einer der ältesten des Landes. Das Rathaus und
das Theater sind im Jugendstil gehalten. Das neubarocke Hotel Theiß
und die Gebäude des Heilbads schaffen eine romantische Atmosphäre. Sehenswert ist
die 1902 gegründete Szolnoker Künstlersiedlung (Szolnoki
Muvésztelep), die viele Größen der ungarischen zeitgenössischen Malerei
hervorgebracht hat.
Tarpa
Einmalig ist die Trockenmühle mit hölzernen Dachschindeln. Sie
wurde einst von Pferden angetrieben und ist heute ein Industriedenkmal.
Túrkeve
Zu den berühmten Söhnen der Stadt zählen die Gebrüder Korda (Filmproduzenten),
Sándor Finta (Schriftsteller und Bildhauer) und Gergely Finta, der im Atelier von
Rodin als Bildhauer gearbeitet hat. Das schwefel- und jodhaltige Heilwasser wird im
Thermalbad zur Heilung von Frauenleiden, Hautkrankheiten und Krankheiten des
Bewegungsapparates angewandt.