Westlich von Budapest und nördlich
vom Plattensee findet man „königliche
Städte“, wunderschöne Landschaften, wildromantische Gebirge, fischreiche Seen,
angenehme Spazierwege, weltberühmtes Porzellan.
Agárd
Dieses Städtchen ist der bedeutendste Badeort am Velencer
See. Ein modernes Thermalbad wird von einer Quelle
gespeist, die im Bika-Tal die Eroberfläche durchbricht. In Agárdpuszta kann das
Geburtshaus des bekannten Schriftstellers Géza Gárdonyi (1863–1922) besichtigt werden.
Bakony-Gebirge
Im 19. Jahrhundert war das wildromantische Bakony-Gebirge mit seinen dichten
Wäldern ein gutes Versteck für Räuber und Wegelagerer. Der Hochrücken (Magas-Bakony)
ist ein Naturschutzgebiet mit herrlichen Buchenwäldern, malerischen Bächen, über
tausend Höhlen und Grotten. Recht mühsam aber lohnenswert ist der Weg zur
Odvas-Ko-Höhle. In den Wäldern leben Hirsche, Rehe, Mufflons,
Wildschweine, Wildkatzen und über hundert geschützte Vogelarten. Auf dem höchsten
Berg, dem Koris (709 m), steht ein Aussichtsturm. Am Ortsende von
Szentgal liegt ein riesiger Taxuswald.
Csákvár
Typisch für das einstige Töpferzentrum Transdanubiens sind gelb und grün
verzierte Tonwaren. Das Heimatmuseum Vértes zeigt Gegenstände der
Zünfte, Funde aus der Römerzeit und Kunstgegenstände. Im Ortszentrum steht das
monumentale Schloss Esterházy. Es diente früher als Kapelle,
Theater, Bildergalerie, und verfügt über einen Jagdsaal und eine Reitschule.
Herend
Aus Herend stammt das weltberühmte Porzellan, mit dem im 19.
Jahrhundert Herrenhäuser in Wien ausgestattet wurden. Die schönsten Erzeugnisse der
1826 gegründeten Porzellanmanufaktur kann man im Porzellanmuseum besichtigen.
Komárom
Die Grenzstadt an der Donau hatte stets eine besondere strategische Bedeutung.
König Stephan I. ließ hier im 11. Jahrhundert eine Erdfestung errichten, zwischen
1850 und 1877 wurden Befestigungsanlagen erbaut. Die Festung
Monostor ist eine der größten erhaltenen Festungen Europas. Nach dem Friedensvertrag von Trianon 1921 wurde
der nördliche Teil der Stadt an die Slowakei abgetreten. Die Elisabeth-Brücke
verbindet die durch die Donau getrennten Stadtteile miteinander. Am Stadtrand
befindet sich das Thermalbad, das Heilwasser wirkt lindernd bei
rheumatischen und gynäkologischen Beschwerden.
Magyarpolány
In diesem Ort wurden 83 denkmalgeschützte Häuser des
ehemaligen Dorfzentrums restauriert. Der 1780 errichtete Kreuzweg führt zur Kapelle
der Schmerzensmutter. Hier werden die Polányer Passionsspiele aufgeführt.
Pápa
Die an der Staatsstraße 83 gelegene Stadt wurde bereits 1051 erstmals
urkundlich erwähnt. Die barocken Häuser am Hauptplatz wurden schön
restauriert. Sehenswert ist die römisch-katholische Pfarrkirche mit herrlichen
Fresken. Inmitten einer Parkanlage steht ein Schloss des Grafen
Esterházy, in dem Musikschule, Schlossmuseum, Ausstellung und Bibliothek
untergebracht sind. Die über 200 Jahre alte Blaufärberwerkstatt ist heute
Blaudruckmuseum (Kékfesto Múzeum). In der Vorhalle der
römisch-katholischen Benediktinerkirche befindet sich ein riesiges
Holzkreuz mit dem „Mohren Christus“.
Sümeg
Die im 14. Jahrhundert auf einem Hügel erbaute Burg überragt
den Ort. Im Burghof werden mittelalterliche Ritterturniere
aufgeführt. Sehenswert sind der Bischofspalast, die Franziskanerkirche und die
römisch-katholische Pfarrkirche mit schönen Fresken.
Székesfehérvár
Die sehenswerte Stadt nahe der Autobahn M7 zwischen Budapest und dem Plattensee wurde von Fürst Géza 972
gegründet und spielte als Königsstadt
eine wichtige Rolle. Das Rathaus ist ein seltenes Bauwerk im ungarischen Zopfstil.
Vom 11. bis 14. Jahrhundert gehörte die Stephansbasilika zu den
bedeutendsten Gebäuden des Landes. Interessant ist die
Zisterzienserkirche, einst Gotteshaus des heiligen Johannes von
Nepumuk. Die Fresken in der Franziskanerkirche erinnern an das
kurze Leben des heiligen Emmerich. Viele barocke Adelspaläste und Bürgerhäuser
säumen die Innenstadt. Die Wohnhäuser am klassizistischen Vörösmarty-Platz tragen
die Handschrift von Miklós Ybl (1814–1891), der hier geboren wurde. Wunderschön ist
die Blumenuhr aus echten Blumen. An der Burg Bory hat der Bildhauer
Jeno Bory (1879–1959) eigenhändig Jahrzehnte lang gebaut. Im
Budenz-Haus werden der Nachlass der Familie Ybl und Werke
ungarischer Künstler der Jahrhundertwende ausgestellt. Eine interessante
Puppensammlung bietet das Puppenhaus (Fehérvári Babaház).
Tata
Diese Stadt nahe der Autobahn M1 nordwestlich von Budapest war im Mittelalter einer der
beliebtesten Erholungsorte der Könige. Am Alten See, auf dem man
Wassersport treiben und Dampferfahrten machen kann, steht die Alte Burg mit dem
Kuny-Domokos-Museum. Das älteste Baudenkmal der Stadt ist die
Cifra-Mühle aus dem 16. Jahrhundert. Die
Nepomucénus-Mühle beherbergt das deutsche Ethnikmuseum über die
Kultur der in Ungarn lebenden deutschen Minderheit vom 17. Jahrhundert bis heute.
Die Gipskopien von 96 weltberühmten antiken Statuen (Venus von Milo, Nike von
Samothrake, Laokoongruppe) sind im „Museum für griechisch-römische Skulpturkopien“
(Szobormásolatok Múzeuma) im Gebäude der ehemaligen Synagoge zu finden. Einmalig
sind das Naturschutzgebiet am Kreuzwegberg und das geologische Museum. Am
Quellensee liegen Sportplätze und das populäre Fényes-Bad.
Tác
Genau eine römische Meile vom heutigen Dorf entfernt erstreckt sich das
Ruinenfeld von Gorsium, ursprünglich ein römisches Lager. Heute liegt hier einer der
größten archäologischen Parks in Ungarn mit wichtigen Funden aus
der Römerzeit. Stadtmauern, Stadttore, Forum, Tempel, Theater, öffentliche Bäder,
Basiliken, der Palast des Stadthalters und ein Teil des Friedhofs sind sehenswert.
Velencer See
Der sonnenverwöhnte See liegt auf halbem Weg zwischen Budapest und dem Plattensee und ist ein ideales
Erholungsgebiet vom Frühjahr bis zum Spätherbst. Pro Jahr scheint die Sonne 2.000
Stunden auf die 26 Quadratkilometer große Oberfläche mit einer durchschnittlichen
Wassertiefe von 1,2 Metern und erwärmt das Wasser auf 26°C. Das mineralstoffreiche,
weiche Wasser regeneriert den menschlichen Körper. Ideale Bedingungen bieten die vom
Velencer Gebirge herüberwehenden Winde für
Segelsportler. Das dichte Schilf, das den See zu etwa einem
Drittel bedeckt und ein Vogelreservat ist, und die Buchten sind ideal zum Angeln. Im
Winter kann man auf dem zugefrorenen See Schlittschuh laufen. Im Sommer fährt ein
Ausflugsschiff ab Hafen Agárd bzw. Velence zur Mückeninsel. Im
Erholungsort Velence gibt es einen Jachtclub. Unter Denkmalschutz
stehende Kelterhäuser findet man an den sonnigen Hängen des Berges Bence. Die beiden
historischen Monumente von Pákozd erinnern an den Mut und die Tapferkeit der
ungarischen Soldaten, der Obelisk wurde zum 100. Jahrestag des Sieges der Schlacht
von Pákozd aufgestellt.
Vértesszolos
Dieser Ort wurde 1965 durch einen Fund bekannt, den die Wissenschaftler „Samu“
nennen. Entdeckt wurden Knochen eines Urmenschen, seine Behausung
mit Feuerstelle, Fußabdrücke und Werkzeuge.
Vértes-Gebirge
Wanderwege führen durch enge Täler und weite Hochebenen in diesem
einzigartigen Naturschutzgebiet. Der gehaltlose rote Boden der Bauxitgrube von Gánt und Meleges wirkt
dagegen wie eine Mondlandschaft. Zahlreiche Burgruinen stehen auf den Felsklippen.
Der 3,5 km lange geologisch-botanische Lehrpfad zwischen Csákvár und Gánt führt über
den Berg Haraszt und durch das Kölik-Tal. Das Gebirge ist sehr wildreich. Die
Gebirgsorte sind idyllisch, sauber und gastfreundlich. In Vérteskozma gibt es
besonders hübsche alte Bauernhäuser.
Veszprém
Die Stadt nordwestlich des Balaton
verteilt sich auf mehrere Hügel und war das erste Bistum in Ungarn. Auf dem Burgberg
sieht man denkmalgeschützte Bürgerhäuser. Die Stadt besitzt einzigartige Schätze der
ungarischen Kirchengeschichte. Sehenswert sind die Fresken in der frühgotischen
Gisela-Kapelle und die Ausstellung sakraler Kunst. Der Bau der ältesten
Bischofskathedrale des Landes wurde von der ersten ungarischen Königin, der
bayrischen Herzogstochter Gisela, angeordnet. Das gotische Gisela-Reliquiar aus dem
14. Jahrhundert ist ein Geschenk der Stadt Passau. Die Statuen des Königspaares
(Stephan der Heilige und Königin Gisela) stehen auf der Aussichtsterrasse neben der
Burg. Das Dezso-Laczkó-Museum zeigt die Geschichte des Bakony-Gebirges und des
Balaton-Oberlandes.
Zirc
In dem Städtchen inmitten des Bakony-Gebirges hatten Zisterziensermönche 1182
ein Kloster errichtet. Das Hauptaltarbild in der barocken Abteikirche schuf Anton F.
Maulbertsch. Der Bach Cuha fließt durch das Waldgebiet des Städtchens mit uralten
Bäumen und seltenen Sträuchern.