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Städte & Regionen

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Ungarn ist mehr als seine Hauptstadt: Vom Donauknie über den Plattensee bis zur weiten Puszta reihen sich Barockstädte, Weinregionen und Thermalorte aneinander. Dieser Überblick führt durch die wichtigsten Städte und Landschaften, ordnet sie in die sieben statistischen Großregionen ein und verzweigt in die einzelnen Reiseziele.

Ungarn ist ein Land der überschaubaren Entfernungen und großen Vielfalt. In wenigen Stunden gelangen Sie von der Donaumetropole Budapest an die Ufer des Plattensees, in die Weinberge des Nordens oder in die endlose Weite der Puszta. Jede Region hat ihren eigenen Charakter – mal barock und mondän, mal ländlich und ursprünglich. Dieser Überblick stellt die wichtigsten Ziele vor und hilft bei der Routenplanung. Wer kulturelle Hintergründe sucht, findet sie unter Kultur und Geschichte; einen Überblick über Landschaftsformen und Lage bietet die Seite zur Geografie Ungarns.

Was macht Ungarns Regionen so abwechslungsreich?

Ungarn lässt sich grob in vier Großräume gliedern: die Hauptstadtregion mit dem Donauknie, das Transdanubien im Westen mit dem Plattensee, das hügelige Nordungarn mit seinen Weinbergen und die weite Große Tiefebene im Osten. Trotz seiner Lage als Binnenland im Karpatenbecken bietet das Land eine erstaunliche landschaftliche Bandbreite – von Mittelgebirgen über den größten See Mitteleuropas bis zur baumlosen Steppe. Dazu kommen über 1.300 Thermalquellen, die viele Orte zu beliebten Bäderzielen machen (mehr dazu unter Wellness & Heilbäder). Ein Vorteil für Reisende: Die Entfernungen sind kurz, das Bahn- und Straßennetz dicht, sodass sich mehrere Regionen problemlos auf einer einzigen Rundreise verbinden lassen. Selbst wer nur eine Woche Zeit hat, kann Großstadt, See und Steppe in einer durchdachten Route kombinieren – ein Grund, warum Ungarn bei Rundreise-Fans so beliebt ist.

Wie ist Ungarn verwaltungstechnisch gegliedert?

Wer sich genauer mit dem Land beschäftigt, stößt rasch auf zwei Ebenen der Gliederung. Klassisch wird Ungarn in 19 Komitate (megye) plus die eigenständige Hauptstadt Budapest unterteilt – eine Verwaltungsstruktur, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Für statistische und planerische Zwecke fasst man diese Komitate zu sieben Großregionen zusammen: Zentralungarn (mit Budapest), Westtransdanubien, Mitteltransdanubien, Südtransdanubien, Nordungarn, die Nördliche sowie die Südliche Große Tiefebene. Die Hauptstadtregion ist mit rund drei Millionen Menschen die mit Abstand bevölkerungsreichste; die meisten übrigen Regionen zählen jeweils etwa eine bis anderthalb Millionen Einwohner. Für die Reiseplanung sind diese Verwaltungsgrenzen weniger entscheidend als die landschaftlichen Großräume – sie helfen aber, Orte einzuordnen: Győr und Sopron etwa gehören zu Westtransdanubien, Eger und Miskolc zu Nordungarn, Szeged und Kecskemét zur Südlichen Tiefebene.

Was bietet die Hauptstadtregion und das Donauknie?

Im Zentrum steht Budapest, die Donaumetropole aus Pest, Buda und Óbuda mit Burgviertel, Parlament und berühmten Thermalbädern – allein dafür lohnt eine eigene Reise. Eine ausführliche Vorstellung finden Sie auf unserer Seite zu Budapest. Nördlich der Hauptstadt, rund 30 Kilometer flussaufwärts, macht die Donau einen markanten, fast rechtwinkligen Bogen durch das Visegráder Bergland: das Donauknie (Dunakanyar), eine der malerischsten Landschaften des Landes. Hier reihen sich drei sehenswerte Städtchen aneinander: Szentendre, die bunte Künstlerstadt mit serbisch-orthodoxem Erbe, kleinen Galerien und gemütlichen Cafés; Visegrád mit seiner mittelalterlichen Höhenburg aus dem 13. Jahrhundert, von der sich ein weiter Blick über den Flussbogen öffnet; und Esztergom, die einstige Königs- und Kirchenstadt, deren mächtige Basilika die größte Kirche Ungarns ist. Das Donauknie ist ein klassischer Tagesausflug ab Budapest – per Auto, Bahn oder im Sommer sogar mit dem Ausflugsschiff.

Welche Ziele liegen am Plattensee und im Westen?

Der Plattensee (Balaton) ist mit rund 590 Quadratkilometern der größte See Mitteleuropas und Ungarns wichtigste Sommerdestination. Das flache, sandige Südufer mit Orten wie Siófok zieht Familien und Partyurlauber an, das hügelige Nordufer punktet mit Weinbergen und Ruhe. Hier liegt die Halbinsel Tihany, deren Benediktinerabtei bereits 1055 gegründet wurde und über Lavendelfeldern hoch über dem See thront – ihre Gründungsurkunde gilt als ältestes Schriftdenkmal mit ungarischen Wörtern. Ganz in der Nähe lädt der Thermalsee Hévíz zum ganzjährigen Baden im warmen Wasser ein (Details im Wellness-Überblick). Weiter westlich liegen sehenswerte Städte wie Sopron (Ödenburg) mit mittelalterlichem Stadtkern nahe der österreichischen Grenze und die elegante Barockstadt Győr (Raab) am Zusammenfluss dreier Flüsse, deren restaurierte Altstadt zu den schönsten des Landes zählt. Im Süden bezaubert Pécs (Fünfkirchen) mit mediterranem Flair und einem frühchristlichen Friedhof aus der Römerzeit, der seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Was zeichnet Nordungarn und die Weinregionen aus?

Der Norden Ungarns ist hügelig, bewaldet und berühmt für seinen Wein. Allen voran die Barockstadt Eger (Erlau) zwischen Mátra- und Bükk-Gebirge, Heimat des kräftigen Rotweins „Stierblut“ (Egri Bikavér) und mit einem charmanten Weinkeller-Tal, dem „Tal der schönen Frauen“. Weiter östlich liegt das Tokaj-Weingebiet, dessen edelsüße Weine schon an europäischen Königshöfen geschätzt wurden – die historische Kulturlandschaft zählt seit 2002 zum UNESCO-Welterbe; mehr dazu auf der Seite zum Tokajer Wein. Auch Miskolc, die drittgrößte Stadt des Landes, mit dem nahen Höhlenbad Miskolctapolca, wo man in natürlichen Felsenhöhlen badet, und die Hügellandschaften des Bükk-Nationalparks gehören zu dieser abwechslungsreichen Region. Wer Wein und Kultur verbinden will, ist im Norden bestens aufgehoben; viele Weingüter bieten Verkostungen direkt im Keller an. Einen Überblick über alle bedeutenden Anbaugebiete gibt die Seite zum ungarischen Wein.

Was erlebt man in der Großen Tiefebene und der Puszta?

Im Osten breitet sich die Große Ungarische Tiefebene (Alföld) aus – Heimat der legendären Puszta, jener weiten Steppenlandschaft mit Csikós-Reitern, Ziehbrunnen und Graurindern. Der Nationalpark Hortobágy gehört zum UNESCO-Welterbe. Zentrum der Region ist Debrecen, die zweitgrößte Stadt Ungarns und „calvinistisches Rom“. Weitere sehenswerte Tiefebenen-Städte sind Szeged (Szegedin) an der Theiß, bekannt für Paprika und Salami, sowie Kecskemét mit seiner Jugendstilarchitektur. Das ländliche Ungarn zeigt sich hier von seiner ursprünglichsten Seite. Wer die Weite der Steppe erleben möchte, sollte sich Zeit für eine Csikós-Vorführung oder eine Kutschfahrt durch den Hortobágy nehmen – ein Kontrast zum mondänen Budapest, der die landschaftliche Spannweite Ungarns eindrücklich vor Augen führt.

Welche Rundreise-Route verbindet die Regionen am besten?

Weil die Distanzen kurz sind, lassen sich die Großräume bequem zu einer Rundreise verketten. Eine bewährte Route für ein bis zwei Wochen beginnt in Budapest (zwei bis drei Tage für Stadt, Burgviertel und Thermalbäder), führt dann nordwärts ins Donauknie mit Szentendre, Visegrád und Esztergom als Tagesetappe. Von dort geht es weiter nach Eger und ins Tokaj-Gebiet für Wein und Barockarchitektur, anschließend in die Tiefebene nach Debrecen und in den Hortobágy-Nationalpark zur Puszta-Erfahrung. Wer lieber Richtung Westen reist, hängt an Budapest den Plattensee mit Tihany und Hévíz an und schließt mit den Barockstädten Győr und Sopron ab. Beide Schleifen lassen sich gut per Mietwagen fahren; alternativ verbindet das sternförmige Bahnnetz von Budapest aus alle größeren Städte. Praktische Hinweise zu Anreise, Verkehr und Unterkünften finden Sie in den Reiseinformationen.

Wann ist die beste Reisezeit für die einzelnen Regionen?

Ungarn hat ein kontinentales Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern. Für eine klassische Rundreise sind Mai, Juni und September ideal: mild, oft sonnig und ohne die Hochsommerhitze, die in der Tiefebene über 30 Grad erreichen kann. Der Plattensee hat seine Saison von Juni bis September, wenn das flache Wasser besonders warm ist. Die Weinregionen im Norden zeigen sich im Herbst zur Lesezeit von ihrer schönsten Seite, wenn sich die Hänge golden färben und die Keller offen stehen. Budapest und die Thermalbäder lohnen das ganze Jahr – im Winter ist das Baden im dampfenden Außenbecken bei Schnee ein besonderes Erlebnis. Detaillierte Monatswerte und Empfehlungen liefert die Seite zu Klima & beste Reisezeit.

Reisetipp – Wegen der kurzen Distanzen lassen sich mehrere Regionen gut auf einer Rundreise verbinden. Eine sinnvolle Route führt etwa von Budapest über das Donauknie und Eger weiter nach Debrecen und in die Puszta. Wer mehr Zeit hat, ergänzt den Plattensee und die Barockstädte des Westens.

Welches sind die größten Städte Ungarns?

Nach Budapest folgen mehrere Regionalzentren, die jeweils einen Besuch lohnen:

RangStadt (ungarisch)Stadt (deutsch)Einwohner (ca.)
1BudapestBudapest1.700.000
2DebrecenDebrezin200.000
3SzegedSzegedin160.000
4MiskolcMischkolz150.000
5PécsFünfkirchen140.000
6GyőrRaab130.000
7Nyíregyháza115.000
8KecskemétKetschkemet110.000
9SzékesfehérvárStuhlweißenburg95.000
10SzombathelySteinamanger78.000

Häufige Fragen zu Ungarns Städten und Regionen

Welche Region in Ungarn eignet sich für eine erste Reise?

Für Einsteiger ist die Kombination aus Budapest, dem Donauknie und einem Abstecher an den Plattensee ideal. Sie verbindet Großstadt, Geschichte und Natur und lässt sich gut in einer Woche bewältigen.

Wie kommt man zwischen den Regionen am besten voran?

Ungarn ist gut mit dem Auto erschlossen; die Autobahnen führen sternförmig von Budapest in alle Landesteile. Auch das Bahnnetz ist dicht – Städte wie Debrecen, Győr oder Pécs sind direkt mit der Hauptstadt verbunden.

Welche Stadt ist nach Budapest die zweitgrößte?

Das ist Debrecen mit rund 200.000 Einwohnern, gelegen in der Großen Tiefebene und Tor zur Puszta. Es gilt als kulturelles Zentrum Ostungarns.

In wie viele Regionen ist Ungarn gegliedert?

Verwaltungstechnisch besteht Ungarn aus 19 Komitaten und der eigenständigen Hauptstadt Budapest. Für statistische Zwecke werden diese zu sieben Großregionen zusammengefasst, darunter Zentralungarn, West-, Mittel- und Südtransdanubien, Nordungarn sowie die Nördliche und Südliche Große Tiefebene.

Welche ungarischen Regionen zählen zum UNESCO-Welterbe?

Gleich mehrere: das historische Weinbaugebiet Tokaj, die Pusztalandschaft des Nationalparks Hortobágy, der frühchristliche Friedhof von Pécs sowie das Donaupanorama von Budapest. Sie alle lassen sich gut in eine Rundreise einbinden.